Verzug

Der Gaus'sche Park in der Innenstadt von Klötze liegt weiter im Dornröschenschlaf

Eigentlich sollte im Frühjahr mit der Gestaltung des Gaus’schen Parks in Klötze begonnen werden. Das hatte die Stadt vor einigen Monaten mitgeteilt. Passiert ist bislang noch nichts. Lange fehlte noch eine denkmalrechtliche Genehmigung, die nun vorliegt. Was weiter fehlt, ist ein Start-Termin für die Arbeiten.

Von Tobias Roitsch
Das Grün hat im Gaus?schen Park an der Klötzer Bahnhofstraße  wieder die Oberhand gewonnen. Schon lange ist geplant, das Gelände für Besucher herzurichten. Eigentlich sollte es im Frühjahr losgehen, passiert ist noch nichts. Bei dem Projekt arbeiten die Stadt und der Privateigentümer der Fläche zusammen.
Das Grün hat im Gaus?schen Park an der Klötzer Bahnhofstraße wieder die Oberhand gewonnen. Schon lange ist geplant, das Gelände für Besucher herzurichten. Eigentlich sollte es im Frühjahr losgehen, passiert ist noch nichts. Bei dem Projekt arbeiten die Stadt und der Privateigentümer der Fläche zusammen. Foto: Tobias Roitsch

Klötze - Grün ist derzeit die bestimmende Farbe im Gaus’- schen Park im Herzen von Klötze. Die Pflanzen wachsen und gedeihen. Nur gehört das nicht zum Gestaltungskonzept für die Anlage. Das Gelände an der Bahnhofstraße ist verwildert. Dabei ist schon lange geplant, den Park wieder zu einem Ort der Erholung für kleine und große Besucher zu machen. Eigentlich sollte die Neugestaltung in diesem Frühjahr beginnen. Das hatte die Stadt Klötze im Februar auf Nachfrage der Volksstimme mitgeteilt. Ein konkreter Termin, wann es losgehen soll, wurde zwar nicht genannt. Doch mittlerweile ist der Frühling vorbei und der Park liegt weiterhin im Dornröschenschlaf.

Warum wurde nicht bereits wie angekündigt mit der Gestaltung begonnen?, fragte die Volksstimme nun im Klötzer Rathaus nach. „Mit der im Frühjahr geplanten Maßnahme zur Gestaltung der Anlage wurde nicht begonnen, da unter anderem die denkmalrechtliche Genehmigung seinerzeit noch nicht vorlag“, wurde im Auftrag von Bürgermeister Uwe Bartels schriftlich geantwortet. Diese Genehmigung sei eine zwingende Voraussetzung dafür, dass mit der Gestaltungsmaßnahme begonnen werden könne, wie es in der Antwort heißt. Besagte Genehmigung liege mittlerweile vor, wird berichtet.

Keine Änderungen an den Plänen erforderlich

Fragen zum Denkmalschutz hatten bei dem Projekt in jüngster Vergangenheit für Verzögerungen gesorgt, eigentlich wollte man schon viel weiter sein. Zur Erinnerung: Im März 2019 diskutierten die Mitglieder des Klötzer Ortschaftsrates über mögliche Gestaltungsvarianten. Man einigte sich darauf, dass ein Rundweg angelegt und ein Spielplatz mit Weiden-, Stein- und Holz-Elementen errichtet werden sollte. Ebenso wünschte die Runde ein abschließbares Tor, um nächtliche Feiern im Park zu verhindern. Daraus wurde aber nichts. Ein neuer Entwurf musste her.

Mit Blick auf den Denkmalschutz sollte nämlich geklärt werden, wie die Anlage früher aussah. Im Dezember 2019 riefen die Stadt Klötze und der Eigentümer der Fläche – beide Seiten arbeiten bei dem Projekt zusammen – Einwohner deshalb dazu auf, alte Fotos, Zeichnungen und Artikel einzureichen, um einen Eindruck vom ursprünglichen Erscheinungsbild zu erhalten. Bürger stellten Unterlagen zur Verfügung, die ausgewertet wurden. Eingeflossen sind die Recherche-Ergebnisse in den neuen Entwurf (siehe Infokasten).

Die vorgenommenen Änderungen an den Plänen seien auch das Ergebnis von Abstimmungen mit dem Landesamt für Denkmalpflege und der unteren Denkmalschutzbehörde gewesen, wie es im Februar aus dem Rathaus hieß. Der Klötzer Ortsbürgermeister hatte alleine über den neuen Entwurf entschieden, coronabedingt konnten damals nicht alle Mitglieder des Ortschaftsrates darüber beraten.

Gab es seit Februar weitere Änderungen? „Am Entwurf waren seither keine Änderungen mehr erforderlich. Zu klären sind aktuell noch Detailfragen, die für die Erstellung der Leistungsverzeichnisse maßgeblich sind“, teilte die Verwaltung nun mit.

Stadt rechnet mit zehn Wochen Bauzeit

Bislang sind für das Projekt schon Kosten in Höhe von rund 40.000 Euro angefallen, wie es auf Nachfrage dazu heißt. „In diesen Kosten sind die Aufwendungen für die bislang getätigten Grünpflegemaßnahmen und die Betreuungs- und Planungskosten enthalten“, wird mitgeteilt. Weitere Informationen, wie zu den Gesamtkosten des Projektes, würden „zu gegebener Zeit“ gegeben. Wann das sein soll, bleibt unklar.

Gleiches gilt für den Baustart: „Ein genauer Termin, wann mit der Gestaltung begonnen werden soll, kann derzeit noch nicht genannt werden.“ Wenn es dann aber läuft, könnte alles wohl relativ zügig über die Bühne gehen. Die Stadt rechne mit einer Bauzeit von rund zehn Wochen.