Klötze l Immer größere Dimensionen nimmt das Druckerstationen-Projekt einer engagierten Mutter in der Stadt Klötze an. War es zunächst für die Sekundarschüler aus der Purnitzstadt gedacht, können nun auch die Mädchen und Jungen aus den drei Grundschulen in der Corona-Pause ihre Aufgaben bei vielen teilnehmenden Firmen ausdrucken.

Genau zur richtigen Zeit ging das Druckerstationen-Projekt an den Start, das eine engagierte Mutter in der Einheitsgemeinde Stadt Klötze ins Leben gerufen hatte. Kurz vor Weihnachten hatte sie die Idee, in möglichst vielen Ortsteilen Anlaufstellen einzurichten, an denen die Fünft- bis Zehntklässler der Klötzer Sekundarschule „Dr. Salvador Allende“ während des Lockdowns ihre Aufgabenblätter für den Distanzunterricht ausdrucken können. Helfen sollte das den Familien, denen dafür die nötige Technik fehlt oder die über keinen Internetanschluss verfügen.

Während der Weihnachtsferien reifte das Projekt heran, immer mehr Betriebe und Einzelpersonen aus der Kernstadt und den umliegenden Ortschaften erklärten sich bereit, ihre Drucker für die Schüler zur Verfügung zu stellen. Jetzt, wo die Schulen in Sachsen-Anhalt aufgrund des Lockdowns vorerst bis Mitte Februar weiter geschlossen bleiben müssen, stehen für die Kinder und Jugendlichen aus der Stadt Klötze rund 30 Anlaufstellen in 19 Orten bereit.

Bildungseinrichtungen reagieren positiv

Mittlerweile entwickelt sich das Projekt immer weiter. „Es wird nun auf alle Schulen in der Einheitsgemeinde Stadt Klötze erweitert“, teilte die Mutter, die namentlich nicht genannt werden will, im Gespräch mit der Volksstimme mit. Das bedeutet, dass nun auch alle Erst- bis Viertklässler aus den drei Grundschulen in der Einheitsgemeinde bei Bedarf die Druckerstationen nutzen können. Die Bildungseinrichtungen befinden sich in Klötze, Kunrau und Kusey. „Die meisten Firmen hatten im Vorfeld schon gesagt, dass sie auch gern für die Grundschüler drucken würden“, blickte die Initiatorin des Projektes auf die Gespräche, die sie mit den teilnehmenden Betrieben geführt hat, zurück.

Gesagt, getan. Fast alle Partner wollten mitmachen, nur von wenigen fehle noch die Antwort. Vor wenigen Tagen schickte die Mutter die Listen mit den Anlaufstellen an die Grundschulen raus – und erhielt auch schon Reaktionen auf das Angebot. In Kunrau hätte man sich bedankt und das Angebot zur Kenntnis genommen, teilte sie mit. Die Klötzer Grundschule wolle die Liste mit auf die Homepage setzen. „In der Grundschule Kusey war man total happy“, fasste die Mutter die Reaktion zusammen. Man freue sich, an dem Projekt beteiligt zu werden.

Verstärkt werde das Angebot zum Ausdrucken derweil in der Klötzer Kernstadt in Anspruch genommen. Dazu beigetragen habe wohl auch die Berichterstattung in der Volksstimme, so die Mutter. Erfreut gewesen sei sie auch über die Unterstützung des Wenzer Ortsbürgermeisters Marco Wille. Über ein Formular auf der Internetseite www.Quarnebeck.de können Schüler ihre Dateien hochladen. Anschließend wird alles ausgedruckt. Bei Bedarf werden die Unterlagen dann sogar in die Postkästen der Schüler gesteckt, wie auf der Homepage zu lesen ist.

Sponsoren wollen Projekt unterstützen

An der Klötzer Sekundarschule, mit der alles begann, freut man sich noch immer über das Projekt. Genutzt werde etwa die Station in der hauseigenen Schulbibliothek, wusste die Leiterin der Bildungseinrichtung, Iris Jokisch, kürzlich im Gespräch mit der Volksstimme zu berichten. Die pädagogische Mitarbeiterin Andrea Bartel drucke dort für all jene Schüler die Aufgaben aus, die etwa kein Internet haben. Verschickt werden die Blätter dann per Post. Zudem wurde die lange Liste mit den Anlaufstellen auf der Emu-Cloud auf dem Bildungsserver hochgeladen, die an der Sekundarschule für den Distanzunterricht genutzt wird.

Wichtig war für Iris Jokisch zu betonen, dass das Drucker-Projekt nicht von der Klötzer Sekundarschule organisiert wird. Sie dankte der Mutter, die dahinter steht, sowie allen beteiligten Betrieben und Einzelpersonen. Es sei ein Projekt von Leuten aus der Region für die Region, lobte die Schulleiterin und ergänzte: „Das ist eine ganz große Unterstützung.“

Sie wisse, dass das Angebot von Schülern genutzt werde. Doch Rückmeldungen erhalte sie von den Kindern und Jugendlichen keine. Nicht behagen wolle ihr, dass die Region noch nicht mit den technischen Voraussetzungen, die für den Distanzunterricht erforderlich seien, ausgestattet sei. So könnten manche Familien noch nicht ausreichend schnelles Internet nutzen. Doch das müsse man haben. Ansonsten laufe das Lernen auf Abstand in der Sekundarschule. Es herrsche reger E-Mail- und Telefonkontakt zwischen Lehrern, Schülern und Eltern.

Derweil wächst das Projekt wohl weiter. Wie die engagierte Mutter informierte, hätten sich schon Interessenten gemeldet, die als Sponsoren Unterstützung leisten wollen. Denkbar wäre, dass sie Druckerpatronen oder Papier spenden könnten. Das wäre wohl der nächste Schritt, schätzte die Mutter ein und bat alle, die sich beteiligen wollen, sich bei ihr zu melden. Möglich ist das unter der Telefonnummer 0152/06 77 05 18.