Horterweiterung

Eltern in Beetzendorf fordern einen festen Bau und keinen Container für ihre Kinder

Das Gelände rund um den alten Schornstein ist schon weitgehend beräumt. Hier sollen schon bald weitere Container für den Beetzendorfer Hort errichtet werden. Foto: Walter Mogk

Walter Mogk

Beetzendorf Das Hin und Her um die dringend notwendige Erweiterung des Beetzendorfer Grundschulhortes durch zusätzliche Container geht weiter. Heute Abend will der Einrichtungs- und Sozialausschuss des Verbandsgemeinderates in einer Sitzung (18 Uhr im Bürgerzentrum am Marschweg) ein weiteres Mal über das Thema beraten und eine Empfehlung abgeben. Die Zusammenkunft ist diesmal öffentlich, nachdem sich die Ausschussmitglieder und ein Großteil der übrigen VG-Räte am 24. März entgegen der Vorschriften des Kommunalverfassungsgesetzes hinter verschlossenen Türen getroffen hatten.

Was während der Geheimsitzung diskutiert wurde, darüber drang bisher kaum etwas an die Öffentlichkeit. Offenbar scheint von einigen Räten neben der Container-Lösung auch ein fester Neubau als Alternative angedacht zu sein. Doch wie auch immer die Empfehlung heute Abend ausfällt: Fest steht, dass die Zeit drängt. Denn die bewilligten 157?000 Euro Fördermittel aus dem Investitionsprogramm zum beschleunigten Infrastrukturausbau der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder fließen nur dann, wenn das Projekt bis zum Jahresende abgeschlossen ist. Und noch ist die Horterweiterung im gerade genehmigten Haushalt der VG finanziell überhaupt nicht abgesichert. Eine entsprechende Kreditermächtigung hatte die Kommunalaufsicht versagt.

„Wir brauchen jetzt dringend eine Entscheidung, damit wir einen entsprechenden Nachtragshaushalt auf den Weg bringen können“, erklärte VG-Bürgermeister Michael Olms, der kein Verständnis dafür hat, „dass sich der Ausschuss so viel Zeit lässt und keinen Kontakt mit der Verwaltung pflegt“. Bis ein Nachtragsetat in Kraft ist, werde es Juni/Juli sein, und ab 1. August bestehe bereits zusätzlicher Betreuungsbedarf im Hort. Für 106 Kinder liegen dann Anmeldungen vor. Der Hort hat aber nur eine Betriebserlaubnis für 90 Plätze (vier davon mit Ausnahmegenehmigung).

Übereilte und teure Übergangslösung kritisiert

Währenddessen regt sich in der Elternschaft Widerstand gegen eine Containerlösung. In einem Faltblatt, das an alle Eltern der Hortkinder verteilt wurde, wird für heute Abend mobil gemacht. „Liebe Eltern, Großeltern und Kinder, kommt zur Fragestunde und helft, diese sinnlose Container-Lösung zu verhindern“, heißt es dort. Die Initiatoren kritisieren, dass der VG für die 28 im nächsten Schuljahr neu hinzukommenden Kinder nichts anderes einfalle als ein „weiterer Containerbau für nur 25 Kinder“. Eine solche „übereilte erneute Übergangslösung“ sei zudem teuer und „nicht langfristig gedacht“. „Deswegen fordern wir einen sinnvollen Neubau und ein transparentes Verfahren“, so der Appell der Eltern.

Die Eltern haben einen Fragenkatalog erstellt, der heute Abend vorgetragen werden soll. Unter anderem wollen sie vom Ausschuss wissen, wie klein der Schulhof durch einen weiteren Bau noch werden soll, wie verstreut die Hortmitarbeiter auf dem Gelände arbeiten sollen, warum es kein nachhaltiges Konzept für das Hortproblem gibt und „sinnlos Steuergelder für eine kurzfristige, nicht zukunftsfähige, aber teure Container-Lösung verbrannt werden“. Auch die fehlende Einbeziehung der Gemeinde, der Grundschule, des Hortes und der Eltern in den Entscheidungsprozess wird bemängelt. Dabei ist zumindest die Gemeinde Beetzendorf sehr wohl involviert und hat sogar 60?000 Euro im Haushalt für die Beräumung des Geländes und den Abriss des alten Schornsteins eingestellt.