Schwiesau l Für die Jugend im Dorf hat Schwiesaus neuer Ortsbürgermeister Manfred Hille nur lobende Worte übrig. „Es gibt elf Gründe, warum die Jugendlichen liebenswürdig sind“, sagte Hille während der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates in seinem Bericht. Dann zählte er die Gründe nacheinander auf. Die jungen Leute seien humorvoll, kritisch und idealistisch, teilte er der Runde mit. Außerdem seien sie sensibel, sie seien Kraftwerke, kreativ, ehrlich, klug, sie seien Minimalisten und steckten „nur in einer Phase“. Als elfte und damit letzte gute Eigenschaft nannte Hille in seiner Aufzählung den Gemeinschaftssinn, der die Jugendlichen auszeichne.

Bis in den Abend gearbeitet

Das Lob kam auch direkt bei den Jugendlichen an, denn sie nahmen an der Sitzung des Ortschaftsrates im Dorfgemeinschaftshaus teil und lauschten den durchweg positiven Äußerungen von Manfred Hille. Der verriet dann auch, warum er so verzückt ist. So hätte er die acht Jugendlichen, die alle mit im Raum saßen, vor einiger Zeit angesprochen und gefragt, ob sie die Patenschaft für das Denkmal übernehmen möchten. Nach einigen Tagen Bedenkzeit hätten sie zugestimmt, berichtete Hille.

Vor einigen Tagen schritt die Gruppe, zu der Julia Baucke, Robin Kramer, Jacob Sparlik, Nele Heinemann, Marlon Duhm, Jule und Jette Voigt sowie Jannik Banse zählen, bereits zum ersten Mal zur Tat. Am Sonnabend hätten die 14-Jährigen den ersten Arbeitseinsatz am Kriegerdenkmal in der Nähe des Dorfgemeinschaftshauses absolviert. Mit Klara Baucke sei zudem noch eine neunte Helferin zur Runde gestoßen.

Auf dem Weg zum Arbeitseinsatz sei er selbst aufgeregt gewesen, sagte Hille. Würde alles klappen? Gerührt sei er gewesen, als mit der Arbeit losgelegt wurde. „Sie haben richtig geschuftet“, lobte Hille den Einsatz. Nun sehe das Denkmal wieder ordentlich aus. Rund dreieinhalb Stunden habe die Aktion gedauert, bis in den Abend hinein. Zum Abschluss ließen sich alle Döner schmecken, blickte Hille zurück. Der Ortsbürgermeister bedankte sich bei allen Jugendlichen, die mit angepackt haben.

An Grundstücken für Ordnung sorgen

Einmal im Monat wolle sich die Gruppe nun zu einem Arbeitseinsatz treffen. Die Aktionen würden von den Jugendlichen selbst organisiert. Nachdem jüngst der Zaun am Denkmal repariert wurde, solle dieser nun gestrichen werden, wurde ein Beispiel für eine der zu erledigenden Arbeiten genannt.

Um alles offiziell zu machen, sollen die Jugendlichen noch einen Patenschaftsvertrag erhalten, kündigte Manfred Hille an. Für die Patenschaft habe er übrigens bewusst Achtklässler angesprochen, sagte Hille im Gespräch mit der Volksstimme. Die hätten noch etwas Zeit, bevor sie sich in der 10. Klasse auf ihre Prüfungen vorbereiten müssten. Später könnten dann andere Jugendliche nachrücken, die jetzt noch zu jung sind, so die Idee. Durch ihren Einsatz hätten die Jugendlichen jetzt im positiven Sinne auf sich aufmerksam gemacht, ist sich der Ortsbürgermeister sicher.

Während der Sitzung richtete Hille noch eine Bitte an die Erwachsenen in Schwiesau. Damit es eine schöne, saubere und lebenswerte Ortschaft bleibe, sollten die Hausbesitzer doch bitte vor ihren Grundstücken den Rasen mähen, die Gossen reinigen und den Wildwuchs beseitigen. Sollten Autos auf den Rasenflächen vor den Grundstücken geparkt werden, müssten regelmäßig die Reifenspuren im Gras beseitigt werden. Ansonsten habe er nichts dagegen, wenn dort Fahrzeuge geparkt werden, sagte Manfred Hille.