Klötze l „Der Zuwendungsbescheid ist da. Wir können in den nächsten zwei Jahren die Erlebniswelt Algen realisieren“, freute sich Jörg Ullmann von der Klötzer Algenfarm. Seines Wissens wäre die Erlebniswelt in ihrer Art weltweit einzigartig. „Und der Knaller ist: Wir haben Kontakt zu Markus Heinsdorff, einem international bekannten Installationskünstler aus München, aufgenommen. Er ist begeistert von der Erlebniswelt und möchte uns mit seinen Vorschlägen unterstützen. Das ist wie ein Ritterschlag“, betonte Jörg Ullmann. Der Künstler werde seine Ideen für den Stil der Ausstellung in Klötze beisteuern.

In dem Achteck, einem leer stehenden Gebäude auf dem Firmengelände, soll die Erlebniswelt die Algen erlebbar und anfassbar machen. Um flexibel zu sein, wird das Ganze modular aufgebaut.

Zertifikate für das Algenwissen

Ein solches Modul soll ein Seminarraum für Vorträge und Fortbildungen sein. Dort könnten Schüler zum Beispiel Zertifikate mit ihrem Wissen über Algen erwerben.

Eine Ausstellung zur Geschichte und Zukunft von Algen könnte das zweite Modul bilden. In dem Bereich könnten Informationen darüber vermittelt werden, in welchen Lebensmitteln heute schon Algen stecken und wie es zukünftig aussehen wird. „Der Supermarkt in der Vitrine“, umschrieb Jörg Ullmann dieses Modul.

Ein weiterer Bereich soll sich mit Forschungen und Entwicklungen zum Thema Algen befassen. Dort könnten Kinder wie im Wolfsburger Phaeno kleine Experimente machen. Sie könnten mit blauem Farbstoff aus Algen Lebensmittel färben oder über das Leuchten von Algen staunen. „Wir holen das Meeresleuchten nach Klötze“, verkündete Ullmann. Das seien Algen, die blau leuchten, wenn sie, wie beim Schütteln, mechanischem Stress ausgesetzt sind. Auch das soll in der Erlebniswelt gezeigt werden. Ein extrem beeindruckendes Schauspiel der Natur.

Jörg Ullmann: „Ziel ist es, in der Erlebniswelt Algen generell zu präsentieren, nicht nur als Lebensmittel. Die Besucher sollen staunen. Die Erlebniswelt soll einen Wow-Effekt hervorrufen.“ Innovative Dinge wie eine Algenbar könnten ebenso Teil der Ausstellung sein.

Menschen jeden Alters angesprochen

Angesprochen werden sollen mit der Erlebniswelt Menschen von der Grundschule bis ins hohe Alter, die sich für das immer wichtiger werdende Thema Algen interessieren. Verbunden werden kann ein Besuch in der Erlebniswelt mit einer Besichtigung der Algenfarm. Weil Algen immer mehr Einzug in den Alltag halten werden, können sich Interessenten dort informieren und später bewusst die Vorteile von Algen nutzen.

50.000 Euro Fördermittel wird die EU über das Leader-Programm für die Erlebniswelt in Klötze lockermachen. Das Unternehmen steuert einen Eigenanteil in gleicher Höhe dazu. Die Arbeiten an der Erlebniswelt laufen bereits. Mit der Fertigstellung rechnet Jörg Ullmann im Herbst 2019.