Klötze l Weil anderweitig kein Personal gefunden werden konnte, hat die Stadt Klötze in diesem Jahr erstmals die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), Ortsgruppe Diesdorf, mit der Absicherung des Badebetriebes in Klötze und Kunrau betraut. Im Kunrauer Ortschaftsrat hatte DLRG-Ortsgruppenleiter Nils Leitloff bereits Bilanz über die Saison in Kunrau gezogen, im Hauptausschuss am Mittwoch tat er das für das Freibad in Klötze.

Demnach habe es vom 15. Juli bis 31. August insgesamt 5636 Besucher gegeben. Das Wichtigste vorweg: „Es ist niemand ertrunken.“ In 28 Fällen seien die Rettungsschwimmer als Ersthelfer tätig geworden. Zwei Mal habe der Rettungswagen hinzugezogen werden müssen, wobei es jeweils glimpflich ausgegangen sei, wie Leitloff berichtete.

Waldbad hat gute Technik

Anders als in Kunrau, wo ein Schwimmkurs angeboten worden sei, habe man dies in Klötze der Wasserwacht überlassen. In Klötze seien aber immerhin Abzeichen abgenommen worden, und zwar elf Seepferdchen, dazu 19 Schwimmabzeichen in bronze, zwölf in silber und vier in Gold.

An drei Tagen, so Leitloff, habe man die Aufsicht der Wasserwacht überlassen. Personalprobleme seien nicht aufgetreten, das Waldbad habe immer geöffnet werden können.

Die DLRG habe nicht nur die Besucher beaufsichtigt, sondern sich auch um die Technik gekümmert. „Wir hatten kein Problem mit der Chlorungsanlage“, betonte Leitloff. Die Werte hätten sich stets im Rahmen bewegt. Anerkennend stellte er fest, dass sich die Technik im Klötzer Waldbad in einem „sehr guten Zustand“ befinde. Ringsum gebe es kein Freibad, das dabei mithalten könne.

Weiterhin informierte Leitloff darüber, dass es einen Ausfall der Brunnenwasserpumpe gegeben habe. Es sei jedoch schnell eine Lösung gefunden und mit der Feuerwehr eine Schlauchleitung zum Hydranten gelegt worden. Allerdings habe es einen stetigen Wasserverlust gegeben. „Wir waren auch nachts hier und haben geguckt, ob alles läuft“, erwähnte Leitloff. Falls nicht, sei Wasser nachgefüllt worden.

Ebenfalls keine Probleme habe es mit der Hygiene gegeben. Vom Gesundheitsamt sei lediglich die Empfehlung gekommen, den Beckenboden zu reinigen. „Innerhalb von 24 Stunden haben wir es geschafft, sauber zu machen“, blickte Leitloff zurück. Er wies darauf hin, dass der Boden im kleinen Becken frisch gestrichen worden sei, wohingegen der Boden im großen Becken schon einige Jahre auf dem Buckel habe. Deshalb gebe es farbliche Unterschiede, die aber keinerlei Rückschlüsse auf die Sauberkeit zuließen.

Im Folgenden meldete sich die Wasserwacht zu Wort und zeigte sich enttäuscht darüber, dass die angebotene Hilfe von der Stadt Klötze nicht in Anspruch genommen worden sei.

Hoffen auf ein Wiedersehen

Kunraus Ortsbürgermeister Uwe Bock, der die DLRG bereits im Ortschaftsrat gelobt hatte, nutzte die Gelegenheit und überreichte Nils Leitloff und dessen Kollegen Jonas Bär ein Geschenk. „Wir können über euch nur Gutes berichten“, rühmte Bock die gute Zusammenarbeit mit der DLRG. „Hoffentlich sehen wir uns 2021 wieder.“ Seinen Dank richtete er auch an die Stadtverwaltung mit Hauptamtsleiter Matthias Reps, die mit der DLRG genau die richtige Entscheidung getroffen habe.

Im Gespräch mit der Volksstimme kündigte Klötzes Bürgermeister Uwe Bartels gestern an, dass es nach der Saison eine Auswertung mit der DLRG geben werde. „Bis auf Kleinigkeiten“ sei die Premiere erfolgreich verlaufen. Darauf könne man aufbauen. Dementsprechend, so Bartels, könne er sich durchaus vorstellen, die Zusammenarbeit mit der DLRG fortzusetzen.