Klötze l Mit einem Sprung ins kühle Nass können sich die Einwohner der Einheitsgemeinde Stadt Klötze ab heute erfrischen. Um 11 Uhr wird im Kunrauer Freibad die Saison offiziell eröffnet, teilte Klötzes Bürgermeister Uwe Bartels am Mittwochabend während der Sitzung des Hauptausschusses mit. Ursprünglich sei der 20. Juni als Starttermin im Gespräch gewesen, doch das habe nicht geklappt.

Schließlich ist die aktuelle Freibad-Saison in Corona-Zeiten anders als die in den Vorjahren. Zum Schutz vor dem Virus gelten bestimmte Regeln. Einige Vorbereitungen mussten in Kunrau getroffen werden. „Ein Hygiene-Konzept wurde erstellt“, nannte Uwe Bartels ein Beispiel. Vor Ort gewesen sei vor einigen Tagen das Gesundheitsamt des Altmarkkreises Salzwedel, um Wasserproben zu nehmen, die in Ordnung gewesen seien. Desinfektionsmittel wurden bereitgestellt. Am Eingang müssten Besucher einen Mundschutz tragen, es gebe einen separaten Ausgang, blickte das Stadtoberhaupt voraus. Entsprechende Schilder seien angebracht worden. Und natürlich müssten die Badegäste auf den Abstand untereinander achten.

Im Wasser wird sich dieses Jahr ebenfalls einiges ändern. „Es werden keine Bade-Utensilien verteilt“, sagte Bartels. Das Planschbecken, der Sprungturm, der Spielplatz und die Rutsche werden nicht zugänglich sein. „Trotz Lockerungen ist das nicht machbar“, so der Bürgermeister.

Während es in Kunrau wieder losgeht, bleibt das Klötzer Waldbad vorerst weiter für Besucher geschlossen. „Unser Ziel ist es, zum Ferienbeginn zu öffnen“, sagte Uwe Bartels. Das wäre in gut drei Wochen, am 16. Juli. Zunächst müssten noch einige Arbeiten erledigt werden. Am kommenden Montag etwa, so blickte er voraus, solle die Filteranlage in Betrieb genommen werden. Abgeschlossen seien mittlerweile die Reparaturen am Schwimmer-Becken. Wasser habe man bereits einlaufen lassen, ganz voll sei das Becken aber noch nicht. Spätestens heute solle es so weit sein, schätzte der Bürgermeister. Repariert werde momentan noch das Nichtschwimmer-Becken.

Anmerkungen habe es bereits wegen der Farbe des Wassers im Schwimmer-Becken gegeben, berichtete die Leiterin der Klötzer Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes, Monika Gille. Sie hatte sich in der Einwohnerfragestunde der Hauptausschuss-Sitzung zu Wort gemeldet. „Das Wasser ist braun“, teilte sie mit und erklärte, dass es eisenhaltig sei. Bäume würden ebenfalls zur Verfärbung beitragen, so würden etwa Lindenblüten darin schwimmen. „Das Wasser muss gefiltert und das Becken gereinigt werden“, wusste sie. Dazu müsse aber die Anlage laufen und das Becken voll sein. Wenn die Technik im Gange und alles gereinigt sei, sehe das Wasser wieder anders aus.

„Nicht gut“ finde Gille die vielen Einschränkungen, die gelten sollen. „Warum werden Familien mit Kleinkindern bestraft?“, fragte sie und bezog sich dabei auf die gesperrten Planschbecken. Sie habe bereits ein Bad in einem anderen Landkreis besucht, dort seien keine Rutschen und Planschbecken gesperrt gewesen, zwei Aufsichtspersonen hätten die Verantwortung für ein großes Gelände gehabt. Man sollte Kinder beim Badengehen nicht ausgrenzen, lautete der Appell von Monika Gille. Das ein Volleyball-Feld gesperrt werde, sehe sie ein. Ebenso, dass der Sprungturm oder die Rutsche geschlossen bleiben, wenn nicht genug Leute für die Aufsicht vor Ort sind. Für die Kinder nichts zu tun, wäre das Schlimmste, was passieren könnte, machte sie noch einmal deutlich. Dann brauche man sich nicht wundern, wenn gar keiner mehr komme und sich die Leute einen Pool in den eigenen Garten stellen. „Das kann nicht das Ziel sein.“ Die Stadt sollte doch noch einmal das Gespräch mit dem Altmarkkreis suchen.

Ähnlich äußerte sich Neuferchaus Ortsbürgermeisterin Heidelore Hanner, die sich bei der Sitzung ebenfalls zu Wort meldete. Sie führte als Beispiel das Beetzendorfer Stölpenbad an, wo das Planschbecken geöffnet sei. Die Eltern könnten auf den Nachwuchs aufpassen. Den Kindern das Planschen zu verbieten, sorge für Unverständnis. Einige Mütter hätten sie bereits angesprochen. Auch ein weiterer Einwohner äußerte sich kritisch zur Sperrung des Beckens für die kleinsten Gäste. So etwas gebe es andernorts nicht.

Für die Bad-Aufsicht in Kunrau gebe es nur eine Kraft, die sich um den Schwimmer- und Nichtschwimmer-Bereich kümmert, erklärte Haupt- und Kämmereiamtsleiter Matthias Reps. Mit dem Kreis-Gesundheitsamt hätte man sich abgestimmt, das Planschbecken geschlossen zu halten und den Spiel- und Sportplatz zu sperren. So sei das Konzept abgenommen worden. Er sei zuversichtlich, dass so die Hygiene-Regeln eingehalten werden können. Die Stadt wolle nun mit dem Kreis noch einmal über das Planschbecken sprechen, kündigte Uwe Bartels im Gespräch an. Matthias Reps erinnerte, dass die Hygiene-Auflagen der aktuellen Corona-Eindämmungsverordnung noch gültig seien.