Klötze/Nordhorn l Die Bundesliga macht Sommerpause. Trotzdem läuft König Fußball im Fernsehen rauf und runter. In Frankreich kämpfen die Frauen um globale Würden und in Italien streiten die U 21-Jungs um den kontinentalen Titel. Vielleicht richten sich die Augen der Fußballwelt an diesem Wochenende aber auch ein bisschen nach Nordhorn. Dort findet nämlich der 14. Supercup Ü 32 statt. Dabei handelt es sich um die inoffizielle deutsche Meisterschaft der Altherrenkicker. Das Turnier wird seit 2006 jährlich bei wechselnden Vereinen durchgeführt. Ausrichter ist dieses Mal der VfL Weiße Elf Nordhorn in Niedersachsen. Zu Gast sind die besten Seniorenmannschaften aus allen Bundesländern. Dazu zählen auch die Oldies des VfB Klötze. Sie hatten sich 2018 durch den Gewinn der Landesmeisterschaft für den Supercup qualifiziert und trafen sich am Donnerstagnachmittag zur Abfahrt an der Zinnberghalle.

Die Stimmung war gelöst, die Vorfreude war jedem anzumerken. Vor dem Team, das von zahlreichen Schlachtenbummlern begleitet wird, lagen knapp 330 Kilometer. „38 fahren mit dem Bus, der Rest kommt privat mit dem Pkw hinterher, insgesamt sind wir 63 Leute“, berichtete Bodo Schulz, der sich um die Organisation gekümmert hatte und mit 54 Jahren zugleich der Älteste im 22-köpfigen Aufgebot ist. Das Nesthäkchen ist Rico Gose mit 32 Lenzen. „Wir haben einen Altersdurchschnitt von Mitte 40“, wusste Schulz und betonte, dass sich im Kader kein einziger Gastspieler befindet. „Das sind alles Eigengewächse des VfB.“

Dementsprechend ist die Geschlossenheit einer der großen Trümpfe der Truppe, die den Supercup mit einer gesunden Mischung aus Lockerheit und Ehrgeiz angehen möchte. „Wir wollen Spaß haben, aber kein Spiel kampflos herschenken“, war von den Spielern ebenso zu hören wie „Wir geben alles“, „Wenn wir das erste Spiel gewinnen, ist alles drin“ oder „Wir halten dagegen, die Knie schlottern uns sicher nicht“.

Dabei bestünden dazu gute Gründe, denn die Gegner haben es in sich. Schon in der Vorrunde trifft der VfB Klötze auf Hertha BSC sowie den SV Reislingen-Neuhaus, der im Vorjahr den fünften Platz belegt hatte und nach Aussage von Bodo Schulz ein Sammelbecken für frühere Bundesliga-Profis des VfL Wolfsburg ist. Darin stehen bekannte Namen wie Verteidiger Uwe Möhle oder die Torjäger Roy Präger und Jürgen Rische. Die anderen Kontrahenten in der Gruppe heißen TSG Hofherrnweiler-Unterrombach (Baden-Württemberg, liegt in der Nähe von Aalen), die 2018 den vierten Platz belegt hatte und FC Könen (Rheinland-Pfalz, Landkreis Trier-Saarburg).

Im weiteren Verlauf des Turniers könnten die Purnitzstädter auf den FC Bayern München oder den VfB Lübeck treffen. „Das sind schon echte Brocken“, stellte Schulz anerkennend fest.

In Ehrfurcht ergeben wollen sich die Mannen um Kapitän Michael Hartung aber nicht. „Wir werden das Kind schon schaukeln“, hieß es. Und selbst wenn nicht. Dann war es zumindest eine gelungene Mannschaftsfahrt „und Nordhorn unser Mallorca“. Am nötigen Kleingeld sollte es nicht scheitern. Im Namen des Vorstandes überreichte André Dörk am Donnerstag Bodo Schulz einen Knisterumschlag.

Übernachtet wird während des Aufenthaltes in Nordhorn im Hotel. Die Rückreise nach Klötze wird am morgigen Sonntag um 11 Uhr angetreten. Ein besonderes Dankeschön geht an alle Sponsoren.