Wieder offen

Gastwirte in der Region Klötze sind bereit und warten auf Gäste

Freude bei den Gastwirten in Klötze und Umgebung: Auch die Innenbereiche dürfen wieder geöffnet werden. Für die Betriebe, die sich zuletzt mit dem Außer-Haus-Verkauf über Wasser gehalten haben, bedeutet das fast schon eine Rückkehr zur Normalität.

Von Henning Lehmann und Markus Schulze
Der Röwitzer Gastwirt Sven Fahrenkamp hatte den Außenbereich seiner Gaststätte bereits über Pfingsten geöffnet. Mit Erfolg. Nun darf er die Gäste unter Auflagen auch wieder im Innenbereich bewirten. Wer bei ihm einkehren will, kann einen Schnelltest machen. Zutritt erhalten nur Getestete, Geimpfte und Genesene.
Der Röwitzer Gastwirt Sven Fahrenkamp hatte den Außenbereich seiner Gaststätte bereits über Pfingsten geöffnet. Mit Erfolg. Nun darf er die Gäste unter Auflagen auch wieder im Innenbereich bewirten. Wer bei ihm einkehren will, kann einen Schnelltest machen. Zutritt erhalten nur Getestete, Geimpfte und Genesene. Foto: Markus Schulze

Klötze - Aufatmen bei den Gastwirten: Dank der stabilen Inzidenz von unter 100 darf seit Dienstag nun auch eine Innengastronomie stattfinden. Im Außenbereich konnten Gäste bereits über Pfingsten bewirtet werden. Bisher reagierte die Kundschaft aber unterschiedlich auf die Lockerungen.

„Bei den Verordnungen ist noch vieles unklar, und das Wetter spielte über die Pfingstfeiertage auch nicht mit“, schaute Lars Hilmer vom Braunschweiger Hof in Klötze zurück. Er konnte zwar einige Gäste begrüßen, aber ein Boom blieb aus. Hilmer hält am Außer-Haus-Verkauf fest, bietet vor Ort aber auch Schnelltests an. Denn zu den Voraussetzungen für den Einlass in den Innenbereich gehört, dass die Kunden negativ getestet, vollständig geimpft oder genesen sind. Entsprechend der 13. Eindämmungsverordnung bleiben die Auflagen hoch, etwa, was die Anzahl der Gäste und die Abstände betrifft. Hilmer hofft daher auf weitere Lockerungen, um das Traditionshaus künftig in gewohnter Weise fortführen zu können.

Leute haben Lust zum Ausgehen

Auch beim griechischen Restaurant Hellas in Klötze gab es über Pfingsten keinen großen Andrang. Laut Selmann Gjuci, dem Chef des Hauses, gab es knapp zehn Anmeldungen für ein Mittag- oder Abendessen im Außenbereich. Dass ein negativer Test vorgelegt oder die Impfung nachgewiesen werden muss, hält seiner Ansicht nach noch viele Menschen von einem Restaurantbesuch ab. Zwar bietet auch er einen Schnelltest an, doch das zieht keine zusätzliche Kundschaft an, wie Gjuci meint. Für Mittwoch und Donnerstag gab es jeweils zwei Anmeldungen. Eine weitere Ursache für die Zurückhaltung der Kundschaft sieht er im wechselhaften Wetter, das zuletzt herrschte. Recht ordentlich läuft hingegen das Außer-Haus-Geschäft, das den Unternehmer seit Monaten über Wasser hält. Alles in allem blickt Gjuci positiv in die Zukunft. Er hofft, bald wieder einen normalen Geschäftsbetrieb führen zu können.

„Die Erleichterung ist groß“, heißt es von Sven Fahrenkamp, Inhaber des gleichnamigen Gasthauses mit Pension in Röwitz. „Endlich kommt wieder Geld in die Kasse und ich kann den Kredit abzahlen.“ Laut Fahrenkamp habe er in den vergangenen Monaten, die er zum Renovieren des Innen- und Außenbereiches nutzte, Einbußen von 65.000 Euro hinnehmen müssen. „Wenn einem das Arbeiten verboten wird, kann man nichts verdienen“, stellt der Röwitzer fest. Einkünfte habe er zuletzt nur mit den Pensionsgästen (Monteure) und dem Außer-Haus-Verkauf erzielen können. Froh ist der Gastwirt darüber, dass ihm die Stammkundschaft die Treue gehalten habe. „In zwei Stunden gingen 40 Essen raus. Das ist nicht schlecht, aber nicht dasselbe wie früher“, stellt Fahrenkamp fest.

Fast wie in alten Zeiten habe er sich Pfingsten gefühlt. „Das hat echt Spaß gemacht. Hier war im Rahmen der Möglichkeiten ordentlich Betrieb. Man merkt einfach, dass die Leute total Lust haben, auszugehen. Auf jeden Fall hat es sich gelohnt, den Außenbereich zu öffnen.“

Getestet, geimpft oder genesen

Nun kann auch sein Innenbereich wieder genutzt werden, wobei der Zutritt nur Getesteten, Genesenen und Geimpften gestattet ist. Wer möchte, kann bei Fahrenkamps gegen einen Obolus einen Schnelltest machen. „Wer nur ein Bier trinken will, der macht das nicht. Aber wer etwas essen und einen gemütlichen Abend verbringen möchte, den stören die fünf Euro nicht“, ist Fahrenkamp überzeugt. Weil die Zahl der Gäste eingeschränkt ist (29 statt 40), bittet er um Reservierungen.

Auch im Gasthof Zu den Linden in Immekath geht es bald wieder los. „Am 2. November mussten wir schließen, am 2. Juni werden wir wieder öffnen“, kündigte Inhaberin Stefanie Schwerin an. Für die Rückkehr der Gäste, die dann innen oder auch im Biergarten Platz nehmen können, würden bis dahin die letzten Vorbereitungen getroffen. Beispielsweise müssen der Tresen eingeräumt und die Speisekarte erstellt werden. Um offene Fragen hinsichtlich der Auflagen klären zu können, so Stefanie Schwerin, habe sie am Mittwoch an der Online-Konferenz mit Landrat Michael Ziche teilgenommen. Von Interesse sei für sie auch gewesen, wie es anderen Betrieben ergangen ist. „Wir selbst haben zwar nur einen Bruchteil der normalen Einnahmen erzielt, die Phase aber trotzdem ganz gut überstanden“, freut sich Stefanie Schwerin, dem Außer-Haus-Verkauf sei dank. Der solle weiter angeboten werden.

Natürlich, so räumt die Gastronomin ein, sei Corona eine enorme Belastung, „durch die wir auch einen Angestellten verloren haben. Deshalb suchen wir nach einer neuen Service-Kraft.“ Nun hofft sie auf weitere Lockerungen, damit im Gasthof Zu den Linden auch wieder Versammlungen und Feiern stattfinden können. Erste Anfragen habe es bereits gegeben. Für Stefanie Schwerin und ihr Team ist es „ein schönes Gefühl“, wieder loslegen zu können.