Steimke l Als sich abzeichnete, dass der Kindergarten in Steimke geschlossen werden sollte, war klar, dass die Einwohner das nicht einfach so hinnehmen würden. Darum gründete sich der Verein „Kinderglück“, der es sich zur Aufgabe machen wollte, die Einrichtung in Steimke wieder zu eröffnen und auch zu betreiben. 36 Bürger erklärten spontan ihre Mitgliedschaft. Und nachdem diverse, nicht ganz einfache bürokratische Hürden genommen werden konnten, wurde der Betrieb in der „neuen“ Kita aufgenommen.

Eltern packen bei Einsätzen regelmäßig m

20 Jahre ist das jetzt her. Stefan Beneke war damals noch ein junger Bursche. Heute ist er 39 Jahre alt und Vorsitzender des Vereins. Seine vierjährige Tochter Thea besucht den Kindergarten in Steimke. „Einen Kindergarten im Wohnort zu haben, ist purer Luxus“, betont Beneke. Er weiß das und die Steimker wissen das. Deshalb sind sie auch so engagiert. Momentan hat der Verein etwa 100 Mitglieder. Gemessen an der Einwohnerzahl von knapp 400 gehört somit jeder vierte Steimker dem Verein an.

Gemeinsam ist man stark. Das ist auch nötig. Schließlich gibt es in der Kita oder auf dem Gelände immer etwas zu tun. Regelmäßig werden Arbeitseinsätze angesetzt. Stets gibt es eine gute Resonanz, lobt Beneke. Bei Bedarf bringen die Eltern auch gerne technische Geräte oder Werkzeug mit. Kleinere Reparaturen werden selbst erledigt, überdies gibt es eine sehr gute Beziehung zu den lokalen Handwerksbetrieben.

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Die Besonderheit der Kita in Steimke ist, dass sie sich nicht in kommunaler Obhut befindet, sondern über einen Verein geführt wird. Dementsprechend ist Geld natürlich ein Thema. Neben den Mitgliedsbeiträgen fließen über das Kinderförderungsgesetz auch Zuweisungen von der Stadt Klötze, dem Altmarkkreis Salzwedel und dem Land Sachsen-Anhalt auf das Vereinskonto. „Das Schöne ist außerdem, dass wir immer mal wieder Spenden bekommen“, ergänzt der Vorsitzende. In Steimke werden derzeit 34 Kinder im Krippen- beziehungsweise Kindergartenalter betreut. Hinzu kommen sechs Hortkinder.

Personell ist die Einrichtung mit acht Mitarbeitern recht gut aufgestellt. Namentlich sind das Kristina Leineweber (Leitung), Heike Stüwe (Stellvertreterin), Arne Hannes und Jana Kupka (Gruppenleiter), Hanna Paasche (Auszubildende), Sabine Jürgens (Tagesmutter) sowie die Kinderpflegerinnen Annika Hanstein und Marlen Grabenstein. Gearbeitet wird in Schichten von 6 bis 17 Uhr. Ab dem 1. August kommt mit Felix Gollnow ein zweiter Auszubildender dazu.

An der Spitze des Vereins herrscht Kontinuitä

Den Vorstand des Vereines bilden Stefan Beneke (1. Vorsitzender), Melanie Linow (2. Vorsitzende), Sandra Fehse (Schriftführerin), Eileen Klaus (Kassenwartin) sowie Christin Otte, Markus Gädecke und Undine Wernecke. „Das sind alles tolle Leute, auf die ich sehr stolz bin“, betont der Vorsitzende und bezieht in sein Lob auch die früheren Vorstandsmitglieder mit ein.

In seinen 20 Jahren hatte der Verein „Kinderglück“ übrigens erst drei Vorsitzende. Das spricht für Kontinuität. Von 1999 bis 2013 stand Katja Dierks an der Spitze. Ihr folgte Sandra Wittich und seit 2015 ist Stefan Beneke am Ruder. „In den Anfangsjahren habe ich als junger Kerl noch die ersten Umbauten mitgekriegt. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal Vorsitzender werde“, erzählt er. Die Arbeit im Vorstand ist zwar mit viel Stress verbunden, macht Beneke aber nach wie vor Spaß. Und solange das der Fall ist, will er auch weitermachen.

Für ihn sind Verein und Kita ein Glücksfall. Aus mehreren Gründen. Erstens: „Kinder lernen durch Kinder. Wo sollen sie sonst soziale Regeln lernen und auf die Schule vorbereitet werden, wenn nicht in einer Kita? Als Vorstufe für das weitere Leben ist das wahnsinnig wichtig.“ Und zweitens: „Früher gab es in jedem Ort eine Kita. Das war gang und gäbe. Für die Eltern ist das eine unglaubliche Erleichterung, wenn sie ihr Kind nicht kilometerweit fahren müssen. Dann muss kein Elternteil zuhause bleiben. Das ist auch ein riesiger Standortvorteil. Auf diese Weise hält man die Leute im Ort oder macht ihn attraktiv für Auswärtige.“

Aktuell gibt es in der Steimker Kita nur Kinder aus Steimke. Das ist aber kein Muss. „Laut Satzung können Kinder aus Steimke bevorzugt aufgenommen werden“, erläutert Beneke, „aber grundsätzlich ist es für jeden möglich, sich anzumelden, auch von außerhalb. Es gibt eine Warteliste, die der Reihe nach abgearbeitet wird.“

Kinder haben viel vor in der Festwoche

Herzlich bedanken möchte sich Beneke an dieser Stelle nicht nur bei allen Vorstandskollegen, Mitarbeitern, Mitgliedern und Eltern, sondern auch beim Ortschaftsrat, von dem es viel Unterstützung gibt. Darüber hinaus möchte er schon mal auf das große Fest hinweisen, das am Sonntag, 12. Mai - exakt 20 Jahre nach der Vereinsgründung - ab 15 Uhr auf dem Kita-Gelände stattfinden soll. Für die Kinder wird es schon in der Zeit davor reihenweise Höhepunkte geben. Themen werden beispielsweise Wald, Verkehr, Theater und Feuerwehr sein. Angedacht ist auch ein Ausflug ins Kino und zum Kegeln.

So viele Erlebnisse. Das nennt man wohl „Kinderglück“.