Von Bürgerinitiative und Eltern gefordert

Hortneubau in Beetzendorf entsteht auf einem Bolzplatz

Im Beetzendorfer Hortstreit gibt es eine Einigung. Der Rat der Verbandsgemeinde einigte sich auf einen kompletten Neubau auf dem Bolzplatz. Die Mehrkosten von 300.000 Euro will die Gemeinde Beetzendorf übernehmen.

Von Walter Mogk
Auf dem hinteren Ende des Bolzplatzes, gleich im Anschluss an den Sekundarschul-Pausenhof (im Hintergrund), soll der Hortneubau entstehen. Darauf hat sich der Verbandsgemeinderat jetzt geeinigt.
Auf dem hinteren Ende des Bolzplatzes, gleich im Anschluss an den Sekundarschul-Pausenhof (im Hintergrund), soll der Hortneubau entstehen. Darauf hat sich der Verbandsgemeinderat jetzt geeinigt. Foto: Walter Mogk

Beetzendorf - Nach monatelangem Hin und Her gibt es eine Einigung im Streit um die dringend notwendige Erweiterung des Beetzendorfer Grundschulhortes. Diese soll nun doch – wie von den Eltern und der Bürgerinitiative „Hort mit Zukunft“ gefordert – auf dem an den Sekundarschulpausenhof angrenzenden Gelände des Bolzplatzes entstehen. Der Verbandsgemeinderat stellte während seiner Sitzung am Mittwochabend in Rohrberg 860.000 Euro für das Vorhaben in den Nachtragshaushalt ein, der einstimmig beschlossen wurde.

Knapp 500.000 Euro würde der bisher angestrebte Neubau auf dem Areal hinter dem jetzigen Grundschulpausenhof kosten, für den der alte Schornstein weichen müsste. Die Gemeinde Beetzendorf als Grundstückseigentümer hatte für dessen Abriss die Übernahme der Kosten von 60.000 Euro bereits zugesagt. Zudem stehen 157.000 Euro an Fördermitteln zur Verfügung, so dass bei der Verbandsgemeinde (VG) lediglich 343.000 Euro verbleiben.

Der VG-Anteil soll auch durch einen Neubau auf dem Bolzplatz nicht steigen. Dafür sorgt die Gemeinde Beetzendorf, der auch diese Fläche gehört. „Nachdem uns eine Kostenschätzung durch das Bauamt vorliegt, haben wir uns in Abstimmung mit den Fraktions- und Ausschussvorsitzenden unseres Rates entschlossen, die entstehenden Mehrkosten von 300.000 Euro an dem neuen Standort zu übernehmen“, kündigte Beetzendorfs Bürgermeister Lothar Köppe gleich zu Beginn der Sitzung an. Damit könne erst einmal der erste Bauabschnitt für 45 Kinder in Angriff genommen werden. Sobald ein Konzept für die Ganztagsschulbetreuung und entsprechende Fördermöglichkeiten feststehen, sei eine Erweiterung möglich, so dass auch die erwartete Spitze von 150 Kindern in einigen Jahren an einem Hortstandort betreut werden kann.

Noch grünes Licht erforderlich

Über den Zuschuss der Gemeinde, der zusätzlich zu den bereits zugesagten 60.000 Euro für den Schornstein-Abriss erfolgen soll, muss noch der Beetzendorfer Rat am 17. Juni entscheiden.

Da damit pro forma die Finanzierung des Baus auf dem Bolzplatz noch nicht endgültig gesichert ist, wollte die Unabhängige Fraktion beantragen, Standort und Summe noch nicht festzuschreiben und lediglich den Betrag für einen Neubau hinter dem Grundschulpausenhof im Nachtrag zu verankern.

Doch dem stellte sich Lothar Köppe vehement entgegen. „Ich gehe nicht davon aus, dass der Beetzendorfer Rat die 300.000 Euro verwehrt. Wir stellen diese Summe zur Verfügung, weil wir den Bolzplatz favorisieren und mit der Baumaßnahme endlich beginnen wollen“, erklärte er. Sollte der Gemeinderat den Vorschlag wider Erwarten kippen, verblieben immer noch die 500.000 Euro für den Bau am Grundschulpausenhof und die 60.000 Euro für den Abriss im Haushalt. Der VG-Rat vergebe sich also nichts.

In die gleiche Kerbe schlug der Beetzendorfer Dietmar Sommer. „Für die VG ist das kostenneutral. Der Bolzplatz ist aber das bessere Areal, weil es hier mehr Möglichkeiten für die Erweiterung gibt“, betonte er.

CDU-Fraktionsschef Carsten Borchert schlug vor, die Summe mit einem Sperrvermerk zu versehen. Dem folgte der Verbandsgemeinderat und beschloss den Nachtragshaushalt in voller Höhe einstimmig. Auch der Verankerung der 300.000 Euro der Gemeinde Beetzendorf im Etat stimmten schließlich alle Ratsmitglieder zu.