Immekath l Während andere Altmärker über schnelles Internet und Breitbandanschluss reden, haben die Immekather ganz andere Probleme: Sie kommen seit Mitte April gar nicht mehr ins Internet und sind auch per Handy nicht zu erreichen. Dass die Schmerzgrenze des Erträglichen längst erreicht ist, das machten die Mitglieder des Ortschaftsrates während ihrer Sitzung am Donnerstag in der Gaststätte Zu den Linden deutlich.

„Seit 18. April ist Immekath wie eine Insel“, erläuterte Hans-Jürgen Zeitz. „Viele Leute kämpfen um das schnelle Internet, hier werden mehrere Netze gar nicht mehr empfangen.“ Er habe seinen Handyvertrag gekündigt. Die Gebühren würden zwar weiter abgebucht, der Empfang sei aber nicht gegeben. Auch Ortschaftsrat Michael Perner hat seinen Vertrag gekündigt.

Als Grund für den Totalausfall wird von den Netzbetreibern angegeben, dass der Funkmast abgeschaltet worden sei. „Dann sollten sie auch die Pauschalen abschalten und nicht weiter kassieren“, machte Hans-Jürgen Zeitz seinem Ärger Luft. Er habe seither keinen Internet- und keinen Handyempfang mehr. „Eigentlich müssten alle Immekather ihre Verträge kündigen. Es kann doch nicht sein, dass wir mehr als vier Wochen gar nichts mehr empfangen.“ Gleich nach dem Osterfest hätte mit dem Aufstellen eines neuen Funkmasts begonnen werden sollen. Ein flächendeckendes Netz hätte aufgebaut werden sollen. „Doch nichts ist geschehen“, schimpfte Zeitz.

Michael Perner hatte sich bei seinem Netzanbieter beschwert. „Die Antwort war: Und darum ziehen so viele Leute in die Stadt.“

Ortsbürgermeister Peter Gebühr erinnerte an Informationen der Stadt Klötze, wonach alle Forderungen und die gesetzlichen Grundlagen erfüllt seien. „Der neue Funkturm kann sofort aufgestellt werden“, resümierte Gebühr. Er vermutet: „Die finden keine Firma, die den Turm aufstellt, weil der Bund Gelder frei gegeben hat für das schnelle Internet. Die werden nun natürlich erst in lukrativeren Gebieten loslegen.“ Der nächste Funkturm würde in der Klötzer Schützenstraße stehen.

Michael Perner machte als Zimmermeister noch auf einen anderen Aspekt aufmerksam: „Dass wir vom Netz abgeschnitten sind, ist schlimm für das Gewerbe. Uns gehen Aufträge verloren. Die Leute rufen einmal an, vielleicht noch ein zweites Mal, dann sind sie und der Auftrag weg.“