Klötze l Das Ausbringen von Gülle ist streng nach dem Gesetz geregelt. Alles muss nachgewiesen, alles muss begründet werden. Doch bei der anhaltenden Dürre gibt es laut Gesetz keine besonderen Einschränkungen. Das ergab eine Nachfrage der Volksstimme in der Kreisverwaltung.

„Es gibt laut Gesetz keine Beschränkungen bei Trockenheit für das Ausbringen von Gülle“, informierte Amanda Hasenfusz. Landwirte müssten sich lediglich an die Düngeverordnung halten. „Darüber hinausgehende Anforderungen gibt es keine, insbesondere nicht bei hohen Temperaturen.“

Zu beachten ist aber, dass die Einarbeitungszeit generell vier Stunden beträgt. Innerhalb dieser Zeitspanne muss die Gülle in den Boden eingearbeitet sein.

Die Mengen, die auf den Acker gefahren werden dürfen, sind abhängig von dem zuvor vom Landwirt ermittelten Düngebedarf. Der wiederum wird beeinflusst vom Nährstoffbedarf der Pflanzenart, die angebaut werden soll, und von der im Boden verfügbaren Menge an Nährstoffen.

„Eine Ausbringung der Gülle nach der Ernte (Herbstdüngung) ist nur in wenigen Fällen und auch nur in eingeschränkten Mengen nach der Düngeverordnung zulässig“, schränkte die Sprecherin ein.

Doch was tun, wenn die Silos voll mit Gülle sind und der Bedarf auf den Feldern gedeckt ist? Alternativen gibt es offenbar nicht viele, wie Hasenfusz verlauten ließ: „Die Landwirte mussten sich mit der neuen Düngeverordnung auf veränderte Anforderungen in Bezug auf die Düngung einstellen... Durch die Vorgaben... ist nur eine beschränkte Gülleausbringung möglich“, heißt es aus der Kreisverwaltung. Eine Anpassung der Lagerkapazitäten habe schon vorher erfolgen müssen, noch umfangreicher seit einem Jahr mit der neuen Verordnung zum Düngen. Eine Möglichkeit: „Teilweise werden freie Kapazitäten bei anderen Landwirten genutzt“, berichtete Amanda Hasenfusz. Ausnahmeregelungen gibt es jedoch keine. Die Sprecherin schränkt ein: „Im Übrigen ist der Gülleanfall auf Grund der fehlenden Niederschläge wesentlich geringer.“