Mahnung an Autofahrer

Kinderfiguren für gefährliche Kreuzung in Apenburg

Um Autofahrer zum langsameren Fahren an der unübersichtlichen Dorfplatz-Kreuzung in Apenburg zu animieren, gibt es eine neue Idee.

Von Walter Mogk
In Frankreich werden solche kindsgroßen Figuren als Warnsymbol für Autofahrer bereits eingesetzt. Zwei von ihnen könnten auch bald an der Kreuzung am Apenburger Dorfplatz stehen.
In Frankreich werden solche kindsgroßen Figuren als Warnsymbol für Autofahrer bereits eingesetzt. Zwei von ihnen könnten auch bald an der Kreuzung am Apenburger Dorfplatz stehen. Foto: Andreas Schwieger

Apenburg - Nachdem weder ein Fußgängerüberweg noch eine Ampel an der unübersichtlichen Kreuzung am Apenburger Dorfplatz genehmigt worden sind, ist jetzt eine neue Lösung im Gespräch, um vor allem die jüngsten Verkehrsteilnehmer beim Überqueren der Fahrbahn zu schützen. Zwei lebensgroße Kinderfiguren, ein Mädchen und ein Junge, könnten in dem gefährlichen Bereich aufgestellt werden und die Autofahrer zur Umsicht und zum langsameren Fahren animieren.

Mitgebracht hat die Idee der Apenburger Andreas Schwieger, der selbst an der Kreuzung wohnt, aus seinem Lieblingsurlaubsland Frankreich. „Da gibt es diese Figuren mit dem Rucksack auf dem Rücken in verschiedenen Formen und Farben. Sie stehen quer auf dem Gehweg, als ob sie gerade die Straße überqueren wollen“, berichtete er.

Wer die Männchen von Weitem sieht, der wird daran erinnert, dass hier Kinder unterwegs sind und tritt in aller Regel auf die Bremse. „Und was in Frankreich funktioniert, wäre doch vielleicht auch etwas für Apenburg“, schlug Schwieger vor.

Finanziert werden sollen die Figuren und ihre Aufstellung mit der Hilfe Spenden. „Eine kostet etwa 1500 Euro, mit 200 Euro wäre ich selbst dabei“, erklärte der Apenburger. Eine Umfrage unter potenziellen Spendern habe ergeben, dass die Anschaffung der ersten Figur bereits abgedeckt wäre. Für die zweite werden noch weitere Sponsoren gesucht.

Rechtslage ist zu klären

Doch bevor die sogenannten Straßenbodys aufgestellt werden können, ist noch die Rechtslage zu klären. „Sind die überhaupt in Deutschland zugelassen?“, lautete eine der ersten Fragen im Gemeinderat, als die Idee vorgestellt wurde. Zudem müsse beachtet werden, dass die Gehwegbreite die Aufstellung der Figuren, die in Beton gegossen werden, auch hergibt. Der Saalfelder Detlef Jürges gab zu bedenken, dass Kinder, die hinter den Figuren plötzlich die Straße überqueren würden, für Autofahrer noch später zu sehen seien als jetzt. „Da ist es besser, dort keine Figur stehen zu haben, als dass ein Kind womöglich totgefahren wird“, meinte er. Außerdem würde der Warneffekt für Autofahrer, die öfter die Strecke fahren, mit der Zeit ohnehin verpuffen.

Im Rat war man sich jedoch einig, erst einmal die rechtlichen Rahmenbedingungen prüfen zu lassen und sich dazu mit dem Bauamt und den Verkehrsbehörden in Verbindung zu setzen. Auch die genauen Standorte der Straßenbodys müssten festgelegt werden. Der Apenburger Mark Wöllmann brachte aus Richtung Winterfeld die Grünfläche an der großen Eiche (vor dem Grundstück Runge) und von der Vorderstraße aus den Gehweg vor der Einmündung der Badeler Straße (Grundstück Kreft) ins Gespräch.

Ratsmitglied André Margowski, dessen Sohn Ende Januar 2020 an dieser Stelle auf dem Schulweg von einem Auto angefahren worden war, unterstützt den Vorschlag. Schließlich würden viele Autofahrer dort zu schnell fahren. „Wenn ich hier 30 fahre, werde ich von Lkw überholt“, berichtete er aus eigener Erfahrung. Hier müsse etwas zum Schutz der Kinder getan werden.