Apenburger Burgfest

Kleine Ritter sollen auf ihre Kosten kommen: Die Apenburger planen Ersatz für das abgesagte Burgfest

Auch wenn das Apenburger Burgfest dieses Jahr erneut ausfällt: Zumindest die Jüngsten brauchen auf ein Mittelalterspektakel nicht zu verzichten. Für sie wird am 4./5. September ein Ritterfest veranstaltet. Das Burgtheater wird ein Kinderstück aufführen.

Von Walter Mogk
Kleine Ritter und Burgfräulein kommen am 4./5. September beim Kinderritterfest an der Alten Burg zu Apenburg auf ihre Kosten.
Kleine Ritter und Burgfräulein kommen am 4./5. September beim Kinderritterfest an der Alten Burg zu Apenburg auf ihre Kosten. Foto: AG Alte Burg/Repro: Walter Mogk

Apenburg - Drei Jahre müssen Mittelalter-Fans und Liebhaber des Apenburger Burgfestes nun schon auf eine Neuauflage des Spektakels rund um die Alte Burg warten. Nach der Absage 2019 infolge der Terminkollision mit dem Gardelegener Hansefest folgte im Vorjahr das Aus aufgrund der Corona-Beschränkungen. Und auch diesmal wird es am ersten Septemberwochenende kein großes Burgfest in Apenburg geben. Doch zumindest die jüngsten Mittelalterbegeisterten dürfen aufatmen: Für sie wollen einige Apenburger, die sich zusammengetan haben, ein Ritterfest als Ersatz organisieren. „Wir wollen vor allem den Kindern das Flair des Mittelalters am ersten Septemberwochenende erhalten“, heißt es von den Organisatoren.

Als Träger der Veranstaltung, die am 4./5. September geplant ist, konnte die Schützengilde Groß Apenburg von 1825 gewonnen werden, die sich inzwischen auch im Bogenschießen einen Namen erworben hat. Gildemitglied Andreas Rackwitz, der gern selbst in die Ritterrüstung schlüpft, erklärte sich bereit, mit Freunden und Bekannten ein mittelalterlich orientiertes Fest zu organisieren, bei dem die Kinder im Mittelpunkt stehen. Die erwachsenen Familienangehörigen sind an der Alten Burg allerdings ebenfalls willkommen.

Die Besucher erwartet ein Heerlager voller raubeiniger Ritter. Und auch reisende Händler und Musiker, Beutelschneider und spannende Wettkämpfe wird es an diesem Wochenende geben. Das Bogenschießen kann ausprobiert und sogar an einem Turnier teilgenommen werden. Dazu hat sich das Apenburger Burgtheater angesagt. Die Laienspieltruppe mit Teilnehmern aus dem Ort und der näheren Umgebung will ein neues Stück, speziell für die Jüngsten, aufführen.

Ausflug in modernere Zeiten bei der Verpflegung

Und auch für die Verpflegung (im Ritterdeutsch „für Wanst und Kehle“) ist gesorgt. Dabei wird sich, was die Speisen und Getränke betrifft, nicht ganz so streng an die sonst beim Burgfest geltende Zeitmarke 14. Jahrhundert gehalten. Auch „der eine oder andere kulinarische Ausflug in modernere Zeiten“ ist möglich, erklären die Veranstalter.

Bei alledem gilt es auch, die geltenden Corona-Regeln zu beachten. Für das Fest gibt es behördliche Auflagen, die eingehalten werden müssen. „Aber Ritter Racki und seine Mannen hoffen dennoch auf ein schönes Wochenende am 4. und 5. September für die Großen und die Noch-nicht-ganz-aber-bald-schon-Großen“, heißt es in der Ankündigung. Nähere Einzelheiten zum Programm wollen die Organisatoren in den nächsten Wochen bekanntgeben.

Eintritt ist frei, Spenden erwünscht

Ein Eintritt soll für das Ritterfest nicht erhoben werden. Allerdings sind Spendentaler für die Kosten der ehrenamtlich auf die Beine gestellten Veranstaltung jederzeit willkommen. An beiden Festtagen kann auch die mittelalterliche Burganlage besichtigt werden. Unter anderem steht der 25 Meter hohe Turm des Bergfrieds offen. Wer diesen erklimmt, dem bietet sich von oben ein Rundumblick über Apenburg und seine wald- und wiesenreiche Umgebung.

Die Burganlage wurde im 13. Jahrhundert zeitgleich mit dem Ort Apenburg errichtet, der damals noch an einer anderer Stelle stand und später abbrannte. Heute sind von der Anlage noch der Bergfried, das Eingangstor und die Umfassungsmauern erhalten. Eine Arbeitsgruppe freiwilliger Einwohner kümmert sich seit 1985 um die Alte Burg.