Gemeinschaftsaktion

Klötzer Kleingärtner wollen fast vergessene Obstgehölze erhalten und schützen

Verschiedene historische Streuobstsorten wachsen seit einigen Wochen in der Klötzer Kleingartensparten Eichengrund. Darunter befinden sind so klangvolle Apfelbäume wie Holsteiner Cox und Graf Althaus.

Von Henning Lehmann
Eichengrund-Vorsitzender Carsten Falk  (links) und Otto Weichsler zeigen mit Stolz die ersten Äpfel am Baum.
Eichengrund-Vorsitzender Carsten Falk (links) und Otto Weichsler zeigen mit Stolz die ersten Äpfel am Baum. Fotos: Henning Lehmann

Klötze - 15 verschiedene Obstgehölze hat der Klötzer Kleingartenverein Eichengrund im Herbst des Vorjahres auf der neu angelegten Streuobstwiese angepflanzt. Darunter befinden sich so wohlschmeckende Sorten wie Boskop, Holsteiner Cox, Gravensteiner, Graf Althaus und Williams Christ. Aber auch Kirsch- und Pflaumenbäume stehen auf den beiden ehemaligen Parzellen 18 und 19. „Wir mussten nur einen Kirschbaum nachpflanzen“, informierten Vereinschef Carsten Falk und Vorstandsmitglied Otto Weichsler bei der Vorstellung am Mittwochabend. Darüber sind sie sehr erfreut. Hinzu kommen jeweils ein Pfirsich-, Kirsch- und Apfelbaum, die auf dem Areal schon vor der Pflanzaktion einen Platz hatten.

„Wir wollten ortstypische, aber auch schon vergessene Sorten anpflanzen, so war die Idee im Sommer 2019, als wir über eine Streuobstwiese erstmals im Vorstand gesprochen haben. Im Oktober folgte dann die Umsetzung“, merkte Vereinsvorsitzender Falk an.

Idee bereits im Herbst 2020 umgesetzt

Die Idee wurde dann im Herbst 2020 mit fachlicher Unterstützung von Klötzes Gärtnermeister Hans- Jürgen Schmidt und Detlef Wolf von der Obstbaumschule aus dem Ökodorf Sieben Linden bei Poppau umgesetzt. Dort haben die Kleingärtner auch die verschiedenen Bäume gekauft, verrieten sie.

Jeweils eine Hauszwetschge, Knorpelkirsche sowie eine Schattenmorelle komplettieren die neue Obstwiese.

Zwar gab es auf Grund der Corona-Pandemie noch keine offizielle Einweihung für die 61 Laubenbesitzer im Eichengrund. Aber die soll im Rahmen eines Sommerfestes noch nachgeholt werden, versprach der Vorstand. Er ist stolz, dass der Verein am Stadtrand keinen Leerstand von Grundstücken verzeichnen muss.

Nicht unerwähnt ließ der Vereinsvorstand bei der Vorstellung, dass sich sehr viele „Laubenpieper“ an der Pflanzaktion beteiligt haben und auch das Mähen der Wiese in Zukunft gut organisiert ist. Volker Lindemann trägt dafür besonders die Verantwortung. Er hat auch den Blühstreifen angelegt. Für das Insektenhotel zeichnete Ralph Gädge verantwortlich. Der Blumenreifen von Sandra Glupe komplettiert das neue Schmuckstück im Verein.

Früchte werden gerecht aufgeteilt

Auch die Ernte der Äpfel, Pflaumen, Kirschen, Birnen und Pfirsiche ist im Kleingartenverein klar geregelt. „Die Früchte werden gerecht aufgeteilt. In welcher Form, darüber wird der Vorstand noch beraten“, verriet Carsten Falk, der sich auch bei der Stadt Klötze für die finanzielle Unterstützung beim Kauf der Bäume bedanken möchte. Denn ohne diesen Zuschuss hätten die Kleingärtner das Vorhaben auch nicht in der geplanten Form umsetzen können.

Jetzt fehlt nur noch ein richtiges Einweihungsfest. Das könnte in diesem Sommer vielleicht noch über die Bühne gehen. Denn die letzte Veranstaltung dieser Art im Eichengrund gab es vor zwei Jahren. Deshalb wird mal wieder Zeit für eine gemeinsame Feier.

Auch ein Insektenhotel steht auf der Streuobstwiese.  Mareno Schmidt (von links), Ute Weichsler und Volker Lindemann freuen sich darüber.
Auch ein Insektenhotel steht auf der Streuobstwiese. Mareno Schmidt (von links), Ute Weichsler und Volker Lindemann freuen sich darüber.
Foto: Henning Lehmann