Kusey l Gerhard Schnüber musste am Sonntag zweimal zählen, um die genaue Zahl der Wanderfreunde in Kusey zu ermitteln. Es waren am Ende 42 Frauen und Männer, die sich zu Fuß auf den Weg durch das Dorf machten. Die Corona-Pandemie hat die Veranstaltungen vom Club der Klötzer Wanderfreunde von Februar bis Juni zum Erliegen gebracht. Nach der unfreiwilligen Pause startete im Vormonat in Letzlingen das Wandergeschehen wieder. Gestern war es die vierte Tour 2020, so Schnüber. Er ließ die Klötzer Wandertradition vom verstorbenen Manfred Lietze nach einer Pause mit anderen rüstigen Senioren vor zwei Jahren wieder aufleben.

„42 Leute heute, das ist schon viel. So viele Teilnehmer aus der gesamten Altmark hatten wir, glaube ich, noch nie“, freute sich Schnüber. Mehr sind schon kaum machbar, auch weil es nach dem Rundgang immer noch eine gemeinsame Stärkung gibt. Einen geeigneten Ort zum Essen zu finden, ist für Gerhard Schnüber und seine Mitstreiter nicht immer einfach. Da ist beste Organisation gefragt. Doch für den Club der Wanderfreunde kein Problem. Genau wie die Suche nach Wanderzielen. „Die Region um Klötze bietet mit der vielfältigen und herrlichen Waldlandschaft, ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter, so viele schöne Ausflugsziele“, betonte Gerhard Schnüber. Ob in der Gemeinschaft oder nur in Familie. „Wandern ist für jede Altersgruppe zu jeder Jahreszeit für die Gesundheit gut“, ergänzte der Klötzer.

Auch immer mehr jüngere Menschen finden den Weg zum Club der Wanderfreunde. So wie am Sonntag in Kusey. Eine Ursache für das gewachsene Interesse an Wanderungen in der Region sieht Gerhard Schnü­ber schon in der Corona-Krise. „Die Leute sind mit Reisen noch vorsichtig. Da kommen Wanderungen mit Führungen vor der Haustür gut an, um etwas über die Dörfer zu erfahren“, meinte der Klötzer. So wie am Sonntag bei der zehn Kilometer langen Wanderung um und in Kusey.

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Hans-Joachim Kelp erzählte den Anwesenden dabei viel Interessantes. So unter anderem, dass Kusey bis 1950 drei Dörfer mit jeweils drei Kneipen und Kirchen hatte. Die standen in Lupitz, Köbbelitz und Kusey. Bis 1950 lagen Lupitz und Köbbelitz im Kreis Salzwedel und Kusey im Kreis Gardelegen. Zudem gehört seit 1990 Röwitz zum Dorf, und die Straße am heutigen Gemeindebüro im früheren Alt-Kusey ist die älteste im jetzigen Dorf.