Sieglinde und Martin Voll aus Bandau feierten goldene Hochzeit / Jubilar:

"Man muss sich gegenseitig ergänzen"

Von Walter Mogk

Bandau. An ihr erstes Zusammentreffen können sich Sieglinde und Martin Voll noch genau erinnern. "Es war 1960 beim Zelttanz in Hohenhenningen", berichtete die 69-jährige Bandauerin. Sie selbst wohnte damals in Hohenhenningen und ließ sich als junges Mädchen das traditionelle Tanzvergnügen natürlich nicht entgehen. Martin Voll, damals 22 Jahre alt, kam mit dem Fahrrad in den Nachbarort gefahren. "Wir haben gefeiert und geschwooft, dass die Socken qualmten", erinnert er sich. Beim Tanzen lernte er Sieglinde kennen und wusste sofort: Die ist es, diese Frau soll die meine werden.

Der Funken sprang von beiden Seiten über, und schon ein Jahr später läuteten die Hochzeitsglocken. "Da war bereits unsere erste Tochter unterwegs, die 1961 geboren wurde", berichtete Sieglinde Voll. 1966 kam die zweite Tochter auf die Welt. Beide schenkten dem Bandauer Paar, das am Freitag goldene Hochzeit feiern konnte, zwei Enkelkinder. "Außerdem haben wir auch schon einen Urenkel", freute sich die Jubilarin.

Aus der Altmark kommen beide ursprünglich nicht. Während Martin Voll 1938 in Pommern geboren wurde, wuchs seine spätere Frau im Sudetenland aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden alle Deutschen aus diesen Gebieten vertrieben, und so verschlug es die Familien in die Altmark. "Wir kamen beide 1947 hierher, nach Bandau beziehungsweise Hohenhenningen", erzählte Sieglinde Voll.

Martin Voll war jahrelang in der Bandauer LPG als Schlosser und Traktorist tätig. "Später ging ich dann als Bauschlosser zur ZBO, die nach der Wende als Landbau fortgesetzt wurde", berichtete der Jubilar. Seine Frau arbeitete zunächst als Erzieherin im Hohenhenninger Kindergarten, ehe sie jeweils zehn Jahre ihr Geld in der Bandauer Gaststätte und im "Altmärker Hof" in Beetzendorf verdiente. "Bei Wind und Wetter bin ich mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren, das war eine schöne Zeit damals", erinnerte sich Sieglinde Voll.

Auch im Ruhestand kommt bei den beiden Bandauern keine Langeweile auf. Ihren Garten haben sie zwar aufgegeben, doch im und am Haus gibt es immer etwas zu tun. Martin Voll ist zudem viel mit dem Fahrrad unterwegs und schaut auch des Öfteren bei Heinz Albrecht vorbei, der bis vor kurzem den örtlichen Getränkehandel leitete. "Hier erfährt man immer etwas Neues", sagte der 73-Jährige schmunzelnd, der zusammen mit seiner Frau einen Tipp für alle jungen Eheleute hat, die ebenfalls das Goldjubiläum erreichen wollen: "Man muss sich in der Ehe gegenseitig ergänzen und darf nicht gleich alles hinschmeißen, auch wenn es nicht nur gute Tage gibt."