Böckwitz l Nachdem die langjährige Vorsitzende Ingrid Schumann vor gut einem Jahr ihren Rücktritt bekannt gegeben hatte, schien die Zukunft des Böckwitzer Museumsvereines über Monate hinweg ernsthaft gefährdet zu sein, aber jetzt geht es weiter. Im dritten Anlauf gelang es, einen neuen Vorstand zu bilden. Bei den ersten beiden Mitgliederversammlungen am 19. September und am 30. Oktober war es dazu noch nicht gekommen, aber zumindest ist schon mal eine Aufbruchstimmung verbreitet worden. Vor allem Verena Treichel aus Kunrau hatte die Initiative ergriffen und die Werbetrommel gerührt.

Das zahlte sich aus. Am Sonntag, bei der dritten Mitgliederversammlung, herrschte auf dem weitläufigen Museumsgelände ein dichtes Gewusel. Allen Interessenten wurde die Gelegenheit gegeben, sich umzuschauen. „Sie haben gesehen, was zu tun ist. Das ist erheblich“, machte die kommissarische Vorsitzende Ingrid Schumann bei ihrer Begrüßung auf den hohen Unterhaltungsaufwand aufmerksam. „Das geht nicht mit drei, vier Leuten.“

Mitgliederzahl ist rasant gestiegen

Gleichzeitig freute sie sich über das enorme Interesse. 25 Mitglieder und 18 Gäste drängten sich in den Aufenthaltsraum. „Wenn das so weitergeht, wird es die erste Aufgabe des neuen Vorstandes sein, sich mit einem Neubau zu beschäftigen“, scherzte der bisherige Kassenwart Jürgen Bammel und erwähnte, dass die Mitgliederzahl des Museumsvereins innerhalb weniger Wochen von 21 auf etwa 40 gestiegen ist. Dabei wird es wohl nicht bleiben, denn auch am Sonntag machten weitere Mitgliedsanträge die Runde.

Nach den üblichen Formalitäten leitete Bammel zum „entscheidenden“ Tagesordnungspunkt über: der Vorstandswahl. Im Vorfeld war klar, dass umgehend die Vereinsauflösung beschlossen wird, wenn sich niemand bereit erklärt, Verantwortung zu übernehmen.

Doch dazu kam es nicht. Gleich acht Personen erklärten sich bereit, im Vorstand mitzuarbeiten. Die Wahlleitung übernahm Gerhard Brüggemann aus Neuferchau, der 1996/97 zu den Gründungsmitgliedern des Vereins gehört hatte. Er schlug eine Blockwahl vor. Daraufhin wurden die acht Kandidaten einstimmig gewählt – und zogen sich im Anschluss zurück, um sich zu konstituieren.

Prioritäten festlegen

Ergebnis: Neue 1. Vorsitzende ist Verena Treichel aus Kunrau. Unterstützt wird sie von der 2. Vorsitzenden Claudia Lessing aus Kunrau, Kassenwartin Inga Ludwig aus Böckwitz, Schriftführerin Aline Herbez aus Immekath sowie den Beisitzern Abigail Fagan (Jahrstedt), Astrid Heers (Böckwitz), Michael Sperling (Kunrau) und Nico Ludwig (Böckwitz). Als sich der neue Vorstand präsentierte, brandete Applaus auf. „Es ist ein junger Vorstand“, stellte Brüggemann fest. Damit ist der Generationenwechsel vollzogen.

Zu Kassenprüfern wurden Detlef Bock aus Beetzendorf und Heiko Böhmann aus Zicherie gewählt.

In ihrer ersten Rede als neue Vorsitzende bat Treichel darum, von den Mitgliedern die Kontaktdaten zu bekommen, damit alle untereinander vernetzt sind und die nächsten Schritte in Angriff nehmen können. „Wir können hier ganz tolle Sachen gestalten“, war Treichel überzeugt und schlug vor, Arbeitsgruppen zu bilden und eine Prioritätenliste anzufertigen. Der Vorstand werde mit gutem Beispiel vorangehen, aber die Arbeit nicht alleine machen (können). „Wir müssen uns strukturieren. Dann können wir echt was auf die Beine stellen“, gab sich die neue Vorsitzende euphorisch.

Indes wollte es Michael Sperling nicht versäumen, dem alten Vorstand, der zuletzt nur noch aus Ingrid Schumann, Jürgen Bammel und Willi Schütte bestanden hatte, zu danken. „Ihr habt in dieses Museum eine Menge Kraft und Liebe einfließen lassen“, lobte Sperling.

Klötzes Bürgermeister Uwe Bartels sagte: „Ich bin froh, dass der Museumsverein auf neuen, jungen Beinen steht.“ Er bot dem Vorstand an, sich zu treffen, sobald das neue Konzept fertig ist. „Dann können wir klären, wie die Stadt euch unterstützen kann.“