Steimke l Mehr als 800.000 Euro stehen der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Rund um den Drömling bei der nächsten Runde an Fördermitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) zur Verfügung. Anfang November wurde in Calvörde die Prioritätenliste beschlossen. Darauf schaffte es an 13. Stelle auch ein Antrag, den der Steimker Orts-Chronist Hermann Buchmüller mit Unterstützung von Birgit Irmscher vom Frauenchor gestellt hat. Geplant ist, in Steimke eine Heimatstube einzurichten.

Wie Buchmüller im Gespräch mit der Volksstimme berichtet, entstand diese Idee eigentlich schon 2012 im Rahmen der 900-Jahr-Feier von Steimke. Schon damals war klar, dass es einen bestimmten Ort braucht, an dem alle historischen Gegenstände sowie Dokumente archiviert und somit für nachfolgende Generationen erhalten bleiben können. „Doch vorerst blieb es bei schönen Worten“, erinnert sich Buchmüller. Erst in diesem Sommer begann man, sich wieder ernsthaft mit dem Thema zu beschäftigen.

Sicherheit ist wichtig

Und zwar deshalb, „weil wir die Chroniken gesucht haben, die im Zuge der Gebietsreform verschwunden waren. Sind die jetzt bei uns in Steimke oder bei der Stadt in Klötze?“ Mittlerweile sind die Chroniken zwar wieder aufgetaucht, „aber das hat uns zu denken gegeben“, sagt Buchmüller, der etliche Unterlagen bei sich zuhause aufbewahrt. „Aber das ist ja kein Dauerzustand“, meint der Orts-Chronist, auch mit Hinweis darauf, dass er bald 80 wird.

Und ein anderer wird diese Aufgabe wohl nicht übernehmen wollen, vermutet Buchmüller, für den es ohnehin keine optimale Lösung darstellt, wenn die ganzen Exponate privat gelagert werden. Schließlich sollten diese für die Öffentlichkeit zugänglich sein, wobei der Sicherheits-Aspekt nicht zu vernachlässigen ist. „Man darf ja nicht vergessen, dass es hier zum Teil um wirklich wertvolle Sachen geht“, beispielsweise die Schützenkette von 1860, auf der alle Schützenkönige bis 1939 mit einer Plakette verewigt sind. Oder die Flurkarte von 1842, auf der noch der alte, schlängelnde Verlauf der Ohre zu sehen ist. „Das ist ein Unikat“, betont Buchmüller.

Vom Klötzer Haupt- und Kämmereiamtsleiter Christian Hinze-Richers erhielt er schließlich den Tipp, sich bei der LAG über die Möglichkeiten einer Förderung zu erkundigen. Gesagt, getan. „Und nun stehen wir auf Platz 13 der Prioritätenliste. Das ist doch ein Traum“, freut sich Buchmüller.

Allerdings gibt es noch eine Bedingung, die zu erfüllen ist, nämlich die Gründung eines Vereines, der von mindestens fünf Mitgliedern getragen wird. „Bis Januar muss das erledigt sein“, weiß Buchmüller, der bereits an der Satzung arbeitet. Bei der Sitzung des Steimker Ortschaftsrates am Donnerstag sowie bei der nächsten Versammlung der Steimker Vereine am 2. Dezember will er die Angelegenheit nochmal zur Sprache bringen.

Kosten: 8000 Euro

Indes scheint auch ein geeigneter Ort für die Heimatstube gefunden worden zu sein, und zwar unter dem Dach der Gaststätte. „Die Stadt würde uns die Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung stellen und den Umbau übernehmen“, erzählt Buchmüller. Die Heimatstube einzurichten, obliegt indes dem Heimatverein. Hierfür ist eine Grundausstattung notwendig: Schreibtisch, Schränke, Vitrinen, Regale, Sitzgelegenheiten. Die Kosten werden auf 8000 Euro geschätzt, 6400 Euro könnten an Fördermitteln fließen. „Am allerwichtigsten ist ein Tresor“, betont Buchmüller, der sich sicher ist, dass genug Steimker im Heimatverein mitarbeiten wollen.