Neue Lockerungen

Nur mit Korb gibt es Zugang zu den Bibliotheken in Klötze und Kunrau

Ohne telefonische Voranmeldung können die Bibliotheken in Klötze und Kunrau ab kommenden Montag wieder besucht werden. Ein ganz normaler Betrieb ist coronabedingt aber noch nicht möglich, betonte die kommissarische Leiterin Ilka Prager.

Von Tobias Roitsch
Die kommissarische Bibliotheksleiterin Ilka Prager präsentiert in der Klötzer Hauptstelle das neue Sonderregal zum Thema ?Kind und Familie?. Gedacht ist das Angebot für junge Eltern, die nun eine zentrale Anlaufstelle  im Erdgeschoss der Einrichtung haben.
Die kommissarische Bibliotheksleiterin Ilka Prager präsentiert in der Klötzer Hauptstelle das neue Sonderregal zum Thema ?Kind und Familie?. Gedacht ist das Angebot für junge Eltern, die nun eine zentrale Anlaufstelle im Erdgeschoss der Einrichtung haben. Foto: Tobias Roitsch

Klötze - In den vergangenen Wochen und Monaten konnten die zwei Bibliotheken in der Einheitsgemeinde Stadt Klötze coronabedingt nur eingeschränkt genutzt werden. Zeitweise blieben die Türen der Hauptstelle an der Breiten Straße in Klötze sowie der Zweigstelle im Kunrauer Schloss sogar komplett für Besucher geschlossen. Möglich war es, die Onleihe zu nutzen und Medien zu bestellen. Nachdem die Corona-Fallzahlen in der Region jüngst deutlich gesunken sind, ist mittlerweile auch wieder ein persönlicher Besuch in den Einrichtungen möglich. Erforderlich ist dafür bislang ein Termin, der vorab telefonisch vereinbart werden muss.

Ab kommenden Montag, 28. Juni, ist eine Anmeldung dann nicht mehr vorgeschrieben, wie die kommissarische Leiterin der Klötzer Stadt- und Kreisbibliothek, Ilka Prager, im Gespräch mit der Volksstimme informierte. Dann können Nutzer wieder zu den gewohnten Öffnungszeiten vorbeischauen.

Noch kein normaler Betrieb

Damit erfolgt in den Büchereien in Klötze und Kunrau nun ein weiterer Öffnungsschritt nach dem langen Lockdown. Ganz ohne Regeln, wie in der Zeit vor der Corona-Pandemie, funktioniert der Neustart jedoch nicht. „Es ist kein normaler Bibliotheksbetrieb“, stellte Ilka Prager fest und ergänzte: „Die Corona-Schutzmaßnahmen machen viel Arbeit.“ Denn das Team und die Besucher vor einer möglichen Ansteckung mit dem Virus zu bewahren, hat weiterhin oberste Priorität.

Deshalb gibt es einiges zu beachten. Dazu gehört das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Außerdem ist die Zahl der Nutzer begrenzt, die sich zeitgleich in den Räumen der Hauptstelle in Klötze aufhalten dürfen. Man kann nicht einfach eintreten und in den den Regalen stöbern. „Jeder Nutzer benötigt einen Korb“, erklärte Ilka Prager. Die Körbe sind genau abgezählt. Für die Erwachsenen-Abteilung im Erdgeschoss stehen sieben Stück bereit. Sind alle vergriffen, müssen Nutzer warten und können sich so lange auf dem Hof im Freien aufhalten. Mit Abstand, wie die Leiterin betonte.

Ähnlich ist der Zugang in Kunrau geregelt, wo die Räumlichkeiten etwas kleiner sind, wie es hieß. Dort würden die Nutzer einzeln durch ihre Kollegin vor Ort eingelassen, erklärte Ilka Prager.

Dass sich Nutzer beim Besuch in den Büchereien nicht zu nahe kommen, darauf müsse ebenfalls weiter geachtet werden. „Wir sind ja schon alle coronaerfahren“, zeigte Prager sich optimistisch, dass jeder die Regeln beachten wird.

Vorsicht bleibt wichtig

Sich hinsetzen und ein paar Seiten aus einem Buch probelesen, das geht nicht. Ein längerer Aufenthalt ist in der Bibliothek derzeit noch nicht möglich. Man bitte die Nutzer darum, eine Besuchszeit von maximal 30 Minuten einzuhalten, teilte Prager mit. So solle auch verhindert werden, dass sich womöglich Warteschlangen bilden. „Es ist weiter nur eine Art Ausleihstation“, erklärte die Leiterin.

Es gibt zwei Eingänge in der Klötzer Hauptstelle: Wer in die Erwachsenen-Abteilung möchte, betritt diese durch die Tür in der Tordurchfahrt. Ist die neu gestaltete Kinder- und Jugendbibliothek im Obergeschoss das Ziel, müssen kleine und große Nutzer über den Hof gehen und das Gebäude durch eine Hintertür betreten, um von dort aus die Treppe zu besteigen. „Durch die zwei Eingänge wird es möglich, die Leute gezielter zu lenken“, sagte Ilka Prager.

Da die Kinder- und Jugendbibliothek etwas enger ist und insgesamt weniger Quadratmeter an Fläche zur Verfügung stehen, können auch nur weniger Nutzer gleichzeitig die Abteilung betreten. Ihre Zahl ist auf insgesamt sechs begrenzt, so die Leiterin. Also könnten beispielsweise zwei Mütter mit jeweils zwei Kindern in den Regalen stöbern. Auch im Obergeschoss werden Körbe benötigt, um die Zahl der Besucher im Blick zu behalten. Die Tragehilfen sollten beim Rausgehen im Erdgeschoss abgestellt und desinfiziert werden, so die Bitte der Leiterin.

„Ich bin eher vorsichtig“, sagte Ilka Prager mit Blick auf die Schutzvorkehrungen. Man fühle sich für die Nutzer verantwortlich. Und käme es zu einem Corona-Fall, müsste die Einrichtung wahrscheinlich wieder lange Zeit vom Netz genommen werden. Das wolle man verhindern, deshalb brauchte es einige Zeit zur Vorbereitung des Neustarts.