Klötze l Christian Gebühr ist während der Pilzsaison fast täglich in den Wäldern um Klötzer zu finden. Doch der Korb bleibt in den zurückliegenden Tagen bis auf wenige Ausnahmen fast immer leer. Nur einige der „Fetten Hennen“ konnte er mit nach Hause bringen. Andere Pilze lassen in diesem Herbst noch auf sich warten.

„In einigen Gebieten, wie im Raum Arendsee und Letzlingen, wo es mehr geregnet hat und es auch einige Feuchtgebiete in den Wäldern gibt, konnten Pilzsammler sogar schon Maronen, aber auch Champignons finden“, informierte der einzige Pilzberater im Altmarkkreis, Dr. Gerhard Schnüber. Der Klötzer bekommt nach der erfolgreichen Pilzsuche von anderen Personen die Ausbeute als Foto auf sein Handy gesendet.

Da hielten sich die Bilder bislang in Grenzen. Gerhard Schnüber hofft, dass der Regen der vergangenen Tage sich noch positiv auf das Wachstum der verschiedenen Pilzsorten auswirkt. „Der Boden ist einfach zu trocken. Dadurch ist das richtige Pilzwachstum noch nicht vorhanden und die Pilze wachsen sehr langsam. Zum überwiegenden Teil sind sie dadurch madig und nicht essbar“, macht der Experte den Grund für die bislang schlechte Ausbeute der Pilze klar.

Bilder

Auch im Vorjahr war nach dem trockenen Sommer die Suche ebenfalls nicht ergiebig. „Es gab nur eine kurze Saison. Steinpilze, Maronen, Lärchen-, Butter- und Hexenpilze sowie verschiedene Röhrlinge, die sich in giftige und essbare unterteilen“, schaut der Klötzer auf 2019.

Wenn es in den nächsten Tagen nicht entscheidend mehr regnet als bisher, dann befürchtet Gerhard Schnüber auch in diesem Herbst eine geringe Ernte. Doch die Pilzsaison steht erst am Anfang und es besteht noch Hoffnung. Der Experte rät den Pilzsammlern, im Wald besonders bei den Champignons zwischen giftigem und essbarem Fruchtkörper, wie die Pilze auch bei den Fachleuten genannt werden, zu unterscheiden. Dabei rät Schnüber, nur Champignons mit braunen, grauen sowie rosafarbenen Lamellen zu essen. Champignons und andere Pilzarten mit weißen Lamellen sind giftig. Wer sich dennoch bei der Suche im Wald unsicher ist, ob der Fruchtkörper zum Verzehr geeignet ist oder nicht, sollte Gerhard Schnüber oder einen anderen Pilzberater kontaktieren. Über 20-mal war das Fachwissen des Klötzers in dieser noch jungen Pilzsaison bereits gefragt. Leider manchmal auch erst nach dem Essen.

Das Thema Pilzverkauf an andere Personen beantwortet Gerhard Schnüber sehr klar: „Wer Pfifferlinge, Steinpilze oder Maronen sowie andere Pilze verkaufen möchte, benötigt eine Genehmigung vom Waldbesitzer und der Naturschutzbehörde“, merkt der Klötzer an und ergänzt, das jeder nur so viele Pilze suchen sollte, wie er oder seine Familie essen kann.

Corona-Pandemie hat keine Auswirkungen

Die aktuelle Corona-Krise hat auf das Pilzesuchen keinen Einfluss. Ganz im Gegenteil. Pilze an der frischen Luft suchen, ist gesund. Der Waldeigentümer hat dazu eine Duldungspflicht. Er gestattet den Bürgern das Begehen seines Eigentums und räumt diesen auch die Aneignung von Waldprodukten wie Pilzen und Beeren zum Eigenverbrauch ein, hieß es aus der Pressestelle des Altmarkkreises.

Darüber hinaus informierte die Behörde, dass im Landeswaldgesetz vom Februar 2016 die Regelungen zum Verhalten in der freien Landschaft, mit dem Ziel, die Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion des Waldes zu sichern, klar verankert sind. Allerdings ist das Betreten der Wälder auf eigene Gefahr.

Aufgrund der derzeit angespannten Waldschutzsituation kommt es verstärkt zum Absterben der Bäume oder Teilen davon. Die Sanierung der Wälder kann oftmals nur durch intensive Holzeinschlagsmaßnahmen erfolgen. Dann ist das Betreten auch für Pilzsammler verboten, heißt es aus der Pressestelle des Altmarkkreises.