Klötze l Reinhard Wegner ist Neu-Klötzer, seit Mai 2018 wohnt der gebürtige Rostocker in Klötze. Und als solcher verfügt er über einen noch unverfälschten und unabhängigen Blick auf die Stadt und ihre Ortsteile. Weil er gern mit seinem Fahrrad durch die Natur radelt, ist ihm einiges aufgefallen. „Nach dem Wegfall von Fricopan müssen wir uns stärker um die ,weiße Industrie‘ kümmern“, sagt er und meint, den Tourismus fördern. Dafür schlägt Reinhard Wegner ein „Klötzer Dreierlei“ vor, bestehend aus drei Komplexen: Klötzer Perlen, Klötzer Wege und Klötzer Bäume.

⦁ Klötzer Perlen: „In der hessischen Stadt Alsfeld gibt es an manchen Häusern nummerierte Erklärungstafeln, die Alsfelder Perlen“, erklärt Wegner. Bei der Tourist-Information gebe es dazu ein Faltblatt, mit dem sich jeder diese Perlen erwandern könne. Solche Schilder mit Informationen sind vom Heimatverein auch an Klötzer Häusern angebracht, nur ein Flyer dazu fehlt. Wer die Klötzer Perlen alle sehen möchte, muss suchen. „Das Ganze sollte sich aber nicht auf die Stadt beschränken, sondern auf die Ortsteile ausgeweitet werden“, schlägt er vor. „Für die Finanzierung könnten Patenschaften angeboten werden, die Privatleute oder Firmen übernehmen.“ Die dazu gehörenden Flyer könnten bei den Discountern in Klötze, in Praxen sowie in den Verkaufsstellen und in Treffpunkten auch in den Ortsteilen ausgelegt werden.

⦁ Klötzer Wege: „In Klötze-Nord treffen der Nesenitzer Weg und die Poppauer Straße zusammen. An dieser Kreuzung steht eine zweiseitig lesbare Informationstafel.“ Jedoch ist diese Tafel mit Wander- und Radwanderwegen inzwischen in einem katas­trophalen Zustand. Reinhard Wegner schlägt nun vor, diese Tafel restaurieren zu lassen, zu vervielfältigen und an weiteren Stellen, zum Beispiel am Ziß, am Bahnhof und in mehr Ortsteilen, aufzustellen.

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⦁ Klötzer Bäume: Reinhard Wegner erinnert an ein Hochzeitspaar, das in Kunrau einen Baum pflanzte; eine Frau, die vor 25 Jahren zur Hochzeit einen Baum geschenkt bekam sowie an die Wald-Aktien in Mecklenburg-Vorpommern. Mit dem symbolischen Kauf eines Stück Waldes, eine Aktie kostet 10 Euro, haben dort umweltbewusste Urlauber die Chance, sich am Entstehen eines Tourismuswaldes zu beteiligen. Das sei für Klötze zu aufwendig, meint Wegner und schlägt deshalb unter Anleitung von Fachleuten eine Baumpatenschaft für 10 Euro vor, die auch verschenkt werden kann. „Es kommt mir darauf an, den geschwächten Baumbestand zu kräftigen“, erläutert Wegner. Wenn das Forstamt ohnehin aufforstet, dann möchte er bei seiner Bank 50 Euro für Baumpatenschaften seiner Kinder und Enkel einzahlen können. Allerdings hätte jeder Pate auch die Pflicht zur Pflege „seines“ Baumes.

Für die Umsetzung dieser Vorschläge, so das denn gewollt ist, werden Mitstreiter gesucht. Seine Ideen trug der Neu-Klötzer bereits im Rathaus vor. Eine Reaktion gab es bislang nicht. Reinhard Wegner: „Klötze hat so viel Potenzial, das sollten wir besser nutzen.“