Klötze l Wieder angewachsen ist der Klärschlamm-Berg auf dem Gelände des Wasserverbandes Klötze (WVK) in Immekath. Das berichtete Geschäftsführerin Birgit Lange während der jüngsten Verbandsversammlung. Das Thema Klärschlamm beschäftigt den WVK also weiterhin, obwohl sich Anfang 2019 schon eine Lösung in Form eines Erlasses vom Landesministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie abgezeichnet hatte.

Zum Hintergrund: Der Klärschlamm des WVK darf nicht auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht werden, das lässt die Klärschlammverordnung nicht zu. Denn stammt der Schlamm aus einer Kläranlage, in der Abwasser aus der industriellen Kartoffelverarbeitung behandelt wurde, kann der Schlamm nicht auf Felder gebracht werden. So soll die Ausbreitung von pflanzlichen Krankheitserregern, etwa dem Kartoffelkrebs, verhindert werden. Einen solchen Kartoffel-Betrieb gibt es im Bereich des Klötzer Wasserverbandes.

Behörde kann Erklärung nicht ausstellen

Diese Vorschrift stellt den WVK seit Monaten vor die Frage: Wohin mit dem Klärschlamm? Im Sommer 2018 war die Lagerfläche in der Immekather Kläranlage voll, wie die Geschäftsführerin damals informierte (Volksstimme berichtete). Das Verbrennen gestaltete sich schwierig, hohe Preise wurden von den Anbietern aufgerufen. Eine Einzelfallentscheidung wurde beantragt, damit der Schlamm doch landwirtschaftlich genutzt werden kann – ohne Erfolg. Hoffnung dann im Januar 2019: Das Landwirtschaftsministerium gab den Unteren Abfallbehörden per Erlass Hinweise für die Entsorgung von Klärschlamm. Unter bestimmten Voraussetzungen sollte im Einzelfall eine Ausnahme von der Klärschlammverordnung ermöglicht werden. Das letzte Wort hat der Landkreis.

„Unsere beantragte Sondergenehmigung zur landwirtschaftlichen Ausbringung des Klärschlamms wurde bisher nicht genehmigt“, fasste Birgit Lange nun den aktuellen Stand in der langen Geschichte zusammen. Es geht weiter hin und her. Eine Rücksprache mit dem Altmarkkreis habe ergeben, dass dieser noch eine Freiflächenerklärung von der niedersächsischen Pflanzenschutzbehörde benötige, so die Geschäftsführerin weiter. Die Pflanzenschutzbehörde habe jedoch mitgeteilt, dass sie eine solche Erklärung nicht ausstellen könne. Denn die Flächen, von denen der betroffene Kartoffel-Betrieb im Bereich des WVK die Knollen beziehe, seien nicht untersucht worden. Man sei auch nicht in der Lage, eine solche Untersuchung vorzunehmen, hieß es weiter.

Derzeit werde der Klärschlamm des Wasserverbandes verbrannt, teilte Birgit Lange mit. Das laufe jedoch sehr schleppend, da der Schlamm nicht kontinuierlich abgeholt wird. So sei der Berg in Immekath wieder gewachsen.

„Ich weiß nicht, wie es weiter geht“, sagte Birgit Lange und ergänzte, dass sie am Ball bleiben werde. Es könnte vielleicht auf die Entscheidung hinauslaufen, ob die betreffende Kartoffel-Firma an den Kosten für die Entsorgung des Schlamms beteiligt werden soll oder ob dem Betrieb das Einleiten von Abwässern verboten werden soll, sagte die Geschäftsführerin.