Klötze l „Der Trend setzt sich fort“, freute sich Polizeihauptmeister Manfred Richter am Mittwoch. „Die Unfälle mit Wildbeteiligung auf der L 19 zwischen Klötze und Schwiesau nehmen weiter ab.“ Damit steht fest: Die „Aktion Dreibeine“ zeigt Wirkung. Derzeit stehen drei der Holzkreuze in Signalfarbe, die auf Stellen mit Wildunfällen hinweisen, am Straßenrand.

Ins Leben gerufen wurde die Aktion vor drei Jahren wegen stark ansteigender Unfallzahlen auf diesem Straßenabschnitt. Mehrere Versuche sind bei dem Pilotprojekt gestartet worden. Am Anfang sollte es ein Duftzaun richten, der inzwischen nicht mehr betrieben wird. Es folgten Reflektoren in unterschiedlichen Farbvarianten. Den negativen Trend umkehren konnte schließlich eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 Kilometer pro Stunde.

Paket von Maßnahmen

Zum Vergleich nannte Manfred Richter die Unfallzahlen der vergangenen Jahre seit Beginn der Aktion: 2015 verzeichnete die Polizei 15 Wildunfälle auf dem Abschnitt, 2016 waren es 12, ein Jahr später noch 5 und im ersten Halbjahr 2018 nur noch 2. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, konstatierte er.

Wegen des positiven Trends informierte Manfred Richter kürzlich die Unfallkommission des Altmarkkreises über das Projekt. Bestätigt worden sind die Ergebnisse durch den Vergleich mit einem Straßenabschnitt der B 190 zwischen Genzien und Leppin. „Dort konnten wir ähnliches beobachten“, erläuterte Richter. „Es gibt Duftzäune und Reflektoren. Doch seit einem Jahr ist die Geschwindigkeitsbegrenzung aufgehoben. Jetzt ist wieder ein leichtes Anwachsen der Unfallzahl zu verzeichnen.“

Weniger Wild in den Wäldern

Für Jens Mösenthin von der Unteren Jagdbehörde des Kreises ist die L 19 zwischen Klötze und Schwiesau „beispielgebend“. Denn: „Hier sind Reflektoren angebracht, die Bankette sind frei geschnitten und die Geschwindigkeit ist begrenzt.“ Sein Fazit: „Es sind nicht die Einzelmaßnahmen, die sich positiv auf die Unfallzahl auswirken, sondern das Paket aller Maßnahmen hilft, Unfälle zu vermeiden.“ Dietmar Schulze, Revierleiter im Landeswald bei Klötze, gab zu bedenken, dass inzwischen weniger Wild in den Wäldern vorhanden ist und Wölfe hier heimisch sind.

Bemerkenswert ist aber auch, dass der Anteil der Wildunfälle an der Gesamtunfallzahl mit einem Drittel immer gleich ist, wie Manfred Richter seinen Papieren entnahm. Ihm ist zudem klar, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung nur in vollem Umfang wirke, wenn sie überwacht werde. Aber: „Die auf 70 km/h begrenzte Höchstgeschwindigkeit lässt das Geschwindigkeitsniveau insgesamt sinken.“ Jagdpächter Ingo Riedel hatte beobachtet, dass allgemein vorsichtiger gefahren wird. Er regte außerdem an, den Projektbereich einige Meter Richtung Klötze zu erweitern, weil es immer wieder schon vor dem Warnschild zu Wildunfällen kommen würde. Die Kommission wird sich im Herbst 2018 erneut treffen.