Steimke l „Radweg wird wohl Wunsch bleiben“ titelte die Volksstimme am 4. April. In dem Artikel ging es darum, dass sich der Altmarkkreis Salzwedel derzeit außerstande sieht, zwischen Steimke und Brome einen Radweg zu errichten, weil die Bedingungen für den Erhalt von Fördermitteln nicht erfüllt werden können. Dazu gehört unter anderem, dass durch den Umstieg vom Auto aufs Rad weniger Kohlendioxid erzeugt wird. Aufgrund der geringen Radverkehrszahlen in der Altmark könne dieser Nachweis jedoch nicht erbracht werden, hieß es vom Altmarkkreis, der sich einen Radwegebau ohne Gelder von außen infolge gestiegener Baukosten und begrenzter Eigenmittel nicht leisten kann. Gleiches gilt für einen Radweg zwischen Steimke und Kunrau.

Unterschriftenlisten sollen ausgelegt werden

Doch die Menschen aus Steimke und Umgebung haben die Hoffnung beileibe noch nicht aufgegeben. Ganz im Gegenteil. In der Steimker Gaststätte trafen sich jetzt nämlich 20 Menschen, um die Bürgerinitiative (BI) Pro Radweg zu gründen und sich sogleich in eine Unterschriftenliste einzutragen. Die Anwesenden kamen nicht nur aus Steimke, sondern auch aus Jahrstedt und waren unterschiedlichen Alters. „Die Resonanz ist positiv“, schätzte Initiator Frank Kraskowski im Anschluss an die Versammlung ein.

Geplant sei nun, dass die Unterschriftenlisten in Geschäften der Umgebung ausgelegt werden, auch in Brome. „Die betrifft es indirekt ja auch“, sagte Kraskowski. Außerdem sollen die Unterschriftenlisten bei anstehenden Veranstaltungen wie dem Pfingstfest in Steimke, dem Schützenfest in Zicherie und dem Drömlingsfest in Kunrau ausgelegt werden. Eventuell, so stellte Kraskowski in Aussicht, solle auch noch eine Facebook-Seite eingerichtet werden.

Die BI verlangt einen sicheren Radweg von Kunrau über Steimke nach Brome. Die Unterschriftensammlung, die mindestens sechs Wochen lang dauern werde, solle dieser Forderung den nötigen Nachdruck verleihen. Ziel sei es, dass die bisher fehlenden Verbindungen zeitnah errichtet werden. Als Grund wird seitens der BI angeführt, dass sich nicht nur viele Steimker, sondern auch Einwohner der umliegenden Dörfer einen Radweg wünschen würden, gerade mit Blick auf den immer stärker werdenden Verkehr.

Aktuell so heißt es, sei die K 1122 zwischen Steimke und Kunrau so stark befahren, „dass ein sicheres Gehen oder Fahren entlang der schmalen Landstraße nicht möglich ist“. Eine alternative Strecke existiere nicht. Außerdem wird argumentiert, dass viele Kinder aus Steimke die Grundschule in Kusey besuchten und keine Möglichkeit hätten, den Hin- und Rückweg mit dem Fahrrad oder zu Fuß zu bestreiten. Nicht anders sehe es in Richtung Brome aus. Der Nachbarort in Niedersachsen böte infrastrukturell (Supermärkte, Ärzte, Apotheke, Banken) die nächstgelegenen Möglichkeiten, allerdings sei sowohl eine Radtour als auch ein Spaziergang dorthin gefährlich.

Nicht anders sehe es in Richtung Brome aus. Der Nachbarort in Niedersachsen böte infrastrukturell (Supermärkte, Ärzte, Apotheke, Banken) die nächstgelegenen Möglichkeiten, allerdings sei sowohl eine Radtour als auch ein Spaziergang dorthin gefährlich.

Lückenschluss auf beiden Seiten der Landesgre

Dass für einen Radweg nach Kunrau und Brome ein großes Interesse bestehe, sei laut BI in den vergangenen Jahren bei etlichen Sitzungen des Steimker Ortschaftsrates deutlich geworden. Viele Bürger hätten diese Gelegenheiten genutzt, „um ihrem Unmut über die jetzige Situation freien Lauf zu lassen“. Um die Wichtigkeit eines Radweges von Kunrau nach Steimke und weiter nach Brome zu bekräftigen, seien von den Steimkern die Unterschriftenlisten erstellt worden. Um Unterstützer werde gebeten. Kraskowski und seine Mitstreiter hoffen, dass sich ihrer Initiative zahlreiche Bürger anschließen werden. „Je mehr, desto besser.“

Die BI kündigte an, dass die Unterschriftenlisten „laut“ übergeben werden sollen. „Wir wollen auf das Problem aufmerksam machen“, betonte Kraskowski und fügte hinzu: „Egal, ob nach Kunrau oder nach Brome. Wer da einmal mit dem Rad unterwegs war, macht das nie wieder. Die Straßen sind zum Radfahren nicht geeignet.“Sein Vorschlag ist, dass der Radweg zwischen Steimke und Kunrau mit der geplanten Sanierung der Ohre-Brücke einhergeht. „Das wäre dann ein Abwasch. Alles andere dauert nur länger und wird teurer“, meinte Kraskowski. Mit Blick auf einen Radweg nach Brome setzt er darauf, dass der Altmarkkreis Salzwedel bis zur Landesgrenze baut und Kontakt zum Landkreis Gifhorn aufnimmt, damit auch von der anderen Seite der Lückenschluss hergestellt wird.