Zicherie/Böckwitz l Am 18. November 1989 fiel die Mauer zwischen Böckwitz und Zicherie. Nach vielen Jahren der Trennung konnten sich die Bürger dies- und jenseits der Grenze endlich wieder in die Arme schließen. Eine Wiedervereinigung feierte damals auch der Schützenverein Zicherie-Böckwitz, der diesen Namen selbst während der Zeit der Teilung nie ablegte, wie der aktuelle Präsident Andreas Peckmann am Montagnachmittag berichtete. Hinter ihm und allen anderen lag das 30. gemeinsame Schützenfest nach der Wende.

Einmal mehr wurde den Teilnehmern dabei ziemlich viel Kondition abverlangt, denn traditionell erstreckt sich das Schützenfest über drei Tage. Am Samstagabend gab es einen Start nach Maß. Die Band „Harmonie“ sorgte nicht nur für Stimmung, sondern auch für ein volles Festzelt. „Wir waren von der Resonanz überrascht. Für unsere Verhältnisse waren echt viele Leute da“, resümierte Peckmann.

Ein volles Programm gab es am Sonntag, beginnend mit dem Umzug von Fischermeier und Maienbrut, gefolgt vom Königsschießen, einem Ummarsch mit Kranzniederlegung, einer Kaffeetafel, einem Kinderfest und als Höhepunkt die mit Spannung erwartete Proklamation. Nachdem der Schützenkönig in den vergangenen beiden Jahren jeweils Heiko Böhmann hieß, wurde nun ein neuer Regent gekürt, nämlich Patric Schulze. Es folgte ein Abendessen für alle Einwohner von Zicherie und Böckwitz und danach ein Tanz mit der Band „Soulwalker“. „Wir sind es ja schon gewohnt, dass der Sonntagabend die Zugnummer ist. Im Durchschnitt haben wir immer um die 300 Besucher. Genauso viele, wenn nicht mehr, waren es dieses Mal auch“, bilanzierte Peckmann und freute sich vor allem über das junge Publikum. „Das war ein toller Abend, keine negativen Vorkommnisse, kein Stress“, berichtete der Präsident.

Höhepunkt am Montag war das Frühstück, zu dem die „Querbeat Oldstars“ aufspielten. Im Anschluss folgte ein weiterer Ummarsch, an dem sich unter anderem die Schützenvereine aus Altendorf, Brome, Tülau-Fahrenhorst sowie die Schützengesellschaft aus Voitze beteiligten. In Höhe des Denkmals in Zicherie waren die Straßenränder wieder mit etlichen Zuschauern gesäumt. Zu den Klängen von Preußens Gloria paradiert der Tross dort nämlich immer im Stechschritt an den neuen Würdenträgern vorbei. Ein toller Anblick und zugleich ein imposanter Abschluss des Schützenfestes.