Beetzendorf l Es ist das letzte Stück unsanierte Straße in Beetzendorf: der kurze Abschnitt der Lindenstraße zwischen dem Übergang zum Steinweg und dem Abzweig der Friedensstraße. Wer hier mit dem Auto oder dem Fahrrad lang fährt, muss zahlreichen - immer wieder notdürftig geflickten - Löchern und Bodenwellen ausweichen. Dazu kommt der holprige Bahnübergang, der Fahrzeug und Insassen noch einmal kräftig durchschüttelt.

Bahnübergang stand im Weg

Der Übergang über die nicht entwidmete Strecke, deren Gleise die Deutsche Regionaleisenbahn übernommen hat, war es auch, der bisher eine Sanierung des Straßenabschnitts verhinderte. Zu unklar war, wie die Bahnüberquerung in den Ausbau einbezogen werden soll und wer dafür letztlich verantwortlich ist. Deshalb wurde das Vorhaben, das Beetzendorfs Alt-Bürgermeister Heinrich Schmauch immer wieder beim Land anmahnte, auf Eis gelegt und geriet langsam in Vergessenheit.

Doch jetzt scheint wieder Bewegung in die Sache zu kommen. Wie Bürgermeister Lothar Köppe der Volksstimme mitteilte, soll in diesem Jahr die Planung für die Straßensanierung zwischen der Brücke an der Arztpraxis und der Kreuzung Friedensstraße beginnen.

Vereinbarung ist abgeschlossen

2018 könnten dann die Arbeiten beginnen, bei denen die Landesstraßenbaubehörde für die Fahrbahn und die Gemeinde für die Nebenanlagen zuständig ist. Entsprechende Mittel für die Planung müsste auch die Gemeinde bereits im Haushalt für 2017 bereitstellen.

Grundvoraussetzung ist der Abschluss einer Vereinbarung zwischen Gemeinde und Landesstraßenbaubehörde. „Das ist bereits erfolgt“, erklärte Lothar Köppe der Volksstimme. Das Land habe im Vorfeld eine Verkehrszählung in dem betroffenen Abschnitt vorgenommen, um festzustellen, wieviel Fahrzeuge hier täglich durchrollen.

Die Beetzendorfer Lindenstraße wurde - mit Ausnahme des kurzen Abschnitts am Bahnübergang - im Jahr 2011 grundhaft ausgebaut. Die Erneuerung der 435 Meter langen Verbindung von der Kreuzung nach Rohrberg und Klötze bis zur Einmündung Friedensstraße, die rund fünf Monate dauerte, kostete 630 000 Euro. Davon hatte das Land etwa 300 000 Euro, die Gemeinde 330 000 Euro beigesteuert.

Was auch nach einer Sanierung des letzten Teilabschnitts der Lindenstraße bleibt, ist der unbefriedigende Zustand der Bahnanlagen, die Beetzendorf zerteilen. Zwar hat die Deutsche Regionaleisenbahn die Gleise im vergangenen Jahr einmal öfter freigeschnitten als sonst, doch die Strecke bleibt im Dornröschenschlaf. 2016 fiel sogar die bis dato einzige Nutzung an einem Wochenende im Jahr für Fahrten nach Klötze und Salzwedel ins Wasser.

Auch das Bahnhofsgebäude, das ein Privatmann aus dem Süddeutschen vor einigen Jahren gekauft hatte, rottet weiter vor sich hin. Zusammen mit dem zerfallenden Kulturhaus und der Brandruine von Steffens Villa bietet es Besuchern eine schaurige Kulisse