Klötze l Sie haben lange Ohren und Beine und ihre Bäuche sind bestenfalls mit Münzen und Geldscheinen gut gefüllt: Die Blechesel, die der Förderverein Tiergehege und Streichelzoo Klötze öffentlich in verschiedenen Geschäften aufgestellt hat, sammeln fleißig Geld. Gerne scheinen die Einwohner aus der Einheitsgemeinde die kleinen Vierbeiner zu „füttern“.

Auch im Corona-Jahr 2020, das alle vor große Herausforderungen stellte und stellt, wie der Vorsitzende Lothar Schulze einschätzte, sei die finanzielle Unterstützung nicht abgebrochen. „Besonders bedanken will sich der Vorstand unseres Vereins bei den vielen fördernden Bürgern unserer Stadt und Kernstadt Klötze“, betonte Schulze, der für die Volksstimme auf das Jahr 2020 zurück- und auf 2021 vorausblickte.

Aktuell zähle der im Mai 2017 gegründete Verein 37 aktive und fördernde Mitglieder. Deren Beiträge würden gemeinsam mit den Spenden die finanzielle Basis für die Arbeit des Fördervereins bilden. Vor allem die Esel- und die vielen persönlichen Spenden, die auf dem Vereinskonto eingehen, sind wichtige Säulen. Darüber hinaus wurde im Oktober 2019 ein Futterautomat auf dem Gelände aufgestellt. Der Verein stehe auf einer guten finanziellen Basis.

„Jeder Cent ist willkommen – vom Kind, dem Rentner bis zum vermögenden Bürger unserer Stadt. Die Bandbreite reicht dabei von einem Cent bis zu 500 Euro“, gab Lothar Schulze einen Einblick und ergänzte: „Wir können mit Fug und Recht sagen, dass die Klötzer Bevölkerung hinter uns steht. Und das motiviert immer wieder!“ Zur Verfügung gestellt würden aber auch Arbeitsmaterialien jeder Art, als Beispiel nannte Lothar Schulze Lasur, die ein Klötzer Malerbetrieb überreichte.

„Wir begrüßen, dass von der Stadt keine Eintrittsgelder erhoben werden und doch haben wir Dank unseres Futterautomaten am Streichelgehege der Ziegen einen gewissen Überblick über die Anzahl der Besucher“, so der Vorsitzende. Er schätzte anhand der Einnahmen, dass im Jahr 2020 rund 3500 bis 4000 Menschen die Anlage an der Schützenstraße besucht haben könnten. Das seien im Durchschnitt mehr als 300 Besucher im Monat, wie es hieß. „Hinzu kommen noch Kinder verschiedenen Alters“, teilte Lothar Schulze mit.

Neben der Corona-Krise stellte 2020 auch die erstmals in Deutschland nachgewiesene Afrikanische Schweinepest den Klötzer Tierpark vor Herausforderungen. Man sei froh, dass die Tierkrankheit bislang auf der Anlage nicht von Bedeutung sei. Damit das so bleibe, sei ständige Disziplin und Aufmerksamkeit von jedem Besucher gefordert, so Schulze. Zur Erinnerung: Die Stadt Klötze hatte vor einigen Wochen bereits offiziell verboten, die Schwarzkittel im Gehege zu füttern. „Ein einziges infektiöses Wildschwein würde die Entnahme der gesamten Schwarzwildpopulation unseres Geheges und auch für die Hausschweinhaltung Schlimmes bedeuten“, erinnerte der Vereinsvorsitzende.

Bedingt durch die Corona-Pandemie konnten die Mitglieder des Fördervereins 2020 nur eingeschränkt aktiv werden. Im Frühling und Sommer wurden vier Arbeitseinsätze durchgeführt.

Nicht alles, was sie sich vorgenommen hatten, konnte auch in die Tat umgesetzt werden. „Der Neubau der maroden Vogelvolieren konnte leider nicht realisiert werden“, nannte Lothar Schulze ein Beispiel. Die Tierpfleger, bei denen sich der Verein für die Zusammenarbeit bedanke, hätten jedoch in dem festen Gebäude hinter den Volieren die Möglichkeit geschaffen, die wertvollen Vögel bei extremen Wetterverhältnissen sowie bei Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen zeitweilig im Inneren zu beherbergen, informierte Lothar Schulze. Auf das Jahr 2021 verschieben musste der Verein ebenfalls den geplanten Bau eines begehbaren Kaninchengeheges. Dafür konnte hinter andere Projekte ein Haken gesetzt werden.

Und was steht 2021 sonst noch an? Darüber hat man sich im Verein bereits Gedanken gemacht. Aufgestellt werden soll beispielsweise eine Orientierungstafel auf dem Parkplatz gegenüber dem Restaurant, über dessen Gelände der Zugang zum Tierpark erfolgt. Die lange geplante Entschlammung des Geflügelteiches steht ebenfalls auf der Liste. Bei den Sponsoren will sich der Verein mit dem Aufstellen eines speziellen Baumes bedanken. Außerdem sollen Schilder mit den Namen der Tiere an den Gehegen angebracht und Tierpatenschaften entwickelt werden. Und nachdem 2020 coronabedingt keine Veranstaltungen im Tierpark über die Bühne gehen konnten, plant der Förderverein für 2021 wieder einen Osterspaß und ein Tierparkfest am 1. Juni vorzubereiten und durchzuführen, blickte der Vorsitzende voraus.