Schwiesau l Auf große Hitze folgen oft auch schwere Unwetter. Genau das wollen Günter und Hannelore Heinemann aus Schwiesau nicht hoffen. Wettervorhersagen gehören für sie zum Standardprogramm. Denn nach starken Regenfällen wird ihr Grundstück, das sich an der Kreuzung zwischen Zichtauer Straße und Eckernkamp in einer Senke befindet, regelmäßig überflutet. Das Wasser schießt von oben herab, sammelt sich auf der Landesstraße 19, fließt wegen verstopfter Gullys nicht ab und schwappt dann über den Gehweg auf den Hof. Das Ehepaar hat sein Hab und Gut so gut es ging vor der drohenden Gefahr gesichert, sieht aber auch die öffentlichen Stellen in der Pflicht. Im Mai 2018 gab es einen Ortstermin. Mehr geschah bisher nicht, beklagen Hannelore und Günter Heinemann (Volksstimme berichtete).

Staustufen als Möglichkeit

Fraglich bleibt, ob sich an dieser Situation überhaupt etwas ändert. Wie Manfred Krüger, Regionalbereichsleiter der Landesstraßenbaubehörde (LSBB), auf Anfrage der Volksstimme erklärt, gebe es die kurzfristige Möglichkeit, die Kapazitäten zu vergrößern, in dem ein weiterer Ablauf geschaffen wird. „Das scheint aber nicht auszureichen“, weiß Krüger und setzt auf Gespräche mit der Stadt Klötze, „um weiträumige Lösungsansätze zu finden“. Denkbar seien Staustufen oder andere bauliche Vorkehrungen, mit denen das von oben kommende Wasser aufgehalten werden könnte. Zu bedenken, so Krüger, sei aber auch, dass in diese Anlagen oder auch in die Abläufe rein rechtlich nur das Straßenwasser abfließen dürfe. „Das Wasser kommt aber auch von außerhalb“, meint der Behördenleiter.

Hoffnungen setzen Hannelore und Günter Heinemann zudem auf das Bodenordnungsverfahren, im Rahmen dessen vor allem auch Schäden durch Erosion und Starkregenereignisse verhindert werden sollen. Doch das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) weist eine Zuständigkeit von sich und sieht die LSBB in der Verantwortung. Grund: Das Wasser entstehe auf der Landesstraße und werde dort auch abgeführt. Es stamme nicht von landwirtschaftlichen Nutzflächen.

Während LSBB und ALFF also unterschiedlicher Ansicht darüber sind, woher das Wasser kommt, bleibt Hannelore und Günter Heinemann vorerst wohl nichts anderes übrig, als auf baldige Gegenmaßnahmen zu hoffen, von welcher Stelle auch immer – und auf gutes Wetter ohne heftige Niederschläge.