Jahrstedt l Am 12. Januar ging das Impfzentrum in Gardelegen in Betrieb, am 28. Januar folgte die Außenstelle in Salzwedel. Zur Strategie des Altmarkkreises gehört es aber auch, den Menschen eine wohnortnahe Impfung zu ermöglichen, da vielen der weite Weg nach Gardelegen oder Salzwedel nicht zuzumuten ist. Künftig wird auch in der Fläche geimpft, der Anfang wird am 3. März in Arendsee gemacht, am 4. und 9. März ist Kalbe an der Reihe.

Mit großem Interesse hat Jahrstedts stellvertretender Bürgermeister André Homeyer am 12. Februar in der Volksstimme den Artikel über die Entwicklung in Jübar gelesen. Der dortige Bürgermeister Carsten Borchert hatte sich dafür eingesetzt, dass die Senioren seiner Gemeinde vor Ort geimpft werden können. Mit Erfolg: Am 11. März ist es dort so weit. Daraufhin nahm Homeyer umgehend Kontakt zu Borchert auf, um sich zu erkundigen, ob und wie die dezentrale Impfung auch in Jahrstedt stattfinden könnte. Es folgte ein Gespräch mit Yves Müller, dem Leiter des Kreis-Impfzentrums, der sogleich seine Unterstützung zusicherte. Außerdem erfuhr Homeyer, dass zunächst der Bedarf abgefragt werden muss.

Gesagt, getan. Der stellvertretende Jahrstedter Ortsbürgermeister machte Nägel mit Köpfen und setzte sich mit den Ortsbürgermeistern von Steimke (Frank Kraskowski) und Dönitz (Matthias Licht) in Verbindung. Über das Wochenende hinweg waren die Ortsbürgermeister und -räte in ihren Dörfern unterwegs und fragten bei der Altersgruppe Ü 80, die auf der Prioritätenliste ganz oben steht, die Impfbereitschaft ab. In Jahrstedt bekam Homeyer noch Hilfe von seiner Frau, die den ganzen Tag unterwegs war. Die Resonanz war „überwältigend“, wie Homeyer sagt. „Außer denen, die schon einen Termin haben, wollen alle mitmachen.“

Somit konnten dem Impfzentrum vorerst 80 Personen der Altersgruppe Ü 80 aus Jahrstedt, Steimke und Dönitz, inklusive der Ortsteile, gemeldet werden. Ihnen allen soll der Weg nach Gardelegen oder Salzwedel erspart bleiben.

Sie müssen sich auch nicht über die zentrale Vergabestelle (www.impfterminservice.de oder 116 117) einen Termin besorgen, wie Homeyer erklärt. Er weiß, dass viele Senioren kein Internet nutzen, Probleme mit der Telefon-Hotline hatten oder weite Fahrten scheuen.

Stattdessen soll ihnen nun ein Impftermin im Jahrstedter Saal ermöglicht werden. Ob die Stadt Klötze den Saal überhaupt zur Verfügung stellt, „darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht“, gesteht Homeyer, der sich aber nicht vorstellen kann, dass es dagegen Einwände gibt. „Notfalls machen wir das bei mir im Partykeller“, scherzt der Jahrstedter.

Wann der Impftermin in Jahrstedt sein wird, kann Homeyer noch nicht sagen. Das ist Sache des Impfzentrums. Der Jahrstedter hofft auf einen Termin bereits im März. „Wenn es später werden sollte, haben wir dafür alle Verständnis. Da üben wir keinen Druck aus.“ Der genaue Impftermin wird den Betroffenen auf jeden Fall persönlich und auch über die Presse mitgeteilt, verspricht der stellvertretende Ortsbürgermeister. Mitzubringen zum Termin sind dann die Chipkarte der Krankenkasse, der Impfpass sowie der Personalausweis.

Für Homeyer und alle anderen, die sich seiner Initiative angeschlossen haben, steht nun noch Arbeit an. Der stellvertretende Jahrstedter Ortsbürgermeister betont: „Möglich ist das nur, weil wir vor Ort ehrenamtlich die Terminorganisation übernehmen und vorab die Aufklärungs- und Anamnesebögen verteilen.“

Beim Aufklärungsblatt wird unter anderem über Covid-19, den Impfstoff, die Wirksamkeit, das Verhalten vor und nach der Impfung sowie über mögliche Komplikationen informiert. Beim Anamnese-Bogen werden Name, Geburtsdatum, Anschrift, Allergien und Erkrankungen abgefragt.

Sollten die Ortsbürgermeister am vergangenen Wochenende jemanden aus Böckwitz, Jahrstedt, Steimke, Dönitz, Altferchau oder Schwarzendamm vergessen haben, der über 80 Jahre alt ist, kann sich diese Person via Telefon 0179/232 23 51 bei André Homeyer melden. Wer Probleme hat, mangels Auto oder anderer Gründe zum Impftermin nach Jahrstedt zu gelangen, kann sich ebenfalls an Homeyer oder den jeweiligen Ortsbürgermeister wenden. „Da werden wir eine Lösung finden“, ist der Jahrstedter überzeugt. Bekannt ist ihm, dass es auch anderswo Bestrebungen gibt, die Impfung aufs Land zu holen. „In Kunrau engagiert sich der dortige Ortsbürgermeister Uwe Bock und organisiert einen Impftermin.“