Klötze l Die Corona-Pandemie brachte in den vergangenen Monaten vieles durcheinander und verschonte dabei auch nicht die freiwilligen Feuerwehrleute in der Einheitsgemeinde Stadt Klötze. Zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Virus wurden ab dem Frühjahr die Fahrzeuge nicht mehr voll besetzt, wenn es zum Einsatz ging. Das gilt bis heute. Auf Nachbesprechungen wurde verzichtet. Außerdem fielen die Ausbildungsdienste für die ehrenamtlichen Brandbekämpfer über Wochen hinweg komplett aus. Das geschah nach Absprache zwischen der Stadtwehrleitung und der Klötzer Verwaltung. Seit dem 20. März rückten die Brandbekämpfer nur zu Einsätzen aus.

Das änderte sich im Sommer. Seit Ende Juni können wieder Dienste für die Feuerwehrleute stattfinden – bestimmte Regeln müssen dabei eingehalten werden. Unterschreiten die Kameraden bei der Ausbildung etwa einen Mindestabstand von 1,50 Metern, müssen sie einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Die Wiederaufnahme der Dienste erfolgte damals nur für die Erwachsenen.

Jugendwarte wurden um Meinungen gebeten

Für die Kinder- und Jugendfeuerwehren in der Einheitsgemeinde Stadt Klötze standen damals weiterhin keine Angebote im Kalender, die Ausbildung blieb untersagt. Gelten sollte das zunächst bis nach den Sommerferien. Die sind seit fast zwei Monaten vorbei und nun steht fest, dass sich der Feuerwehr-Nachwuchs in den nächsten Wochen nicht mehr zu Diensten treffen wird. „Die Wiederaufnahme der Ausbildung der Jugend- und Kinderfeuerwehren der Stadt Klötze findet 2020 nicht statt“, informierte Einheitsgemeinde-Bürgermeister Uwe Bartels während der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses.

Ob es einen Neustart geben sollte, stand als Frage im Raum, nachdem rechtliche Lockerungen eingetreten seien, so Bartels. Als „kritisch“ beurteile die „Feuerwehr-Unfallkasse Mitte“ noch die Wiederaufnahme der Dienste bei den Kinder- und Jugendwehren. „Die Trägerin des Brandschutzes, also die Stadt Klötze, hat über die Notwendigkeit zu entscheiden“, ergänzte der Bürgermeister. Man wollte die Meinungen der Jugendfeuerwehrwarte hören. Die kamen deshalb im September zu einer Dienstversammlung zusammen. Mit dabei waren auch die Sachgebietsleiterin für den Bereich Brandschutz in der Klötzer Verwaltung, Susanne Lange, sowie Stadtwehrleiter Matthias Veit.

Brandschutz ist keine private Vereinsarbeit

Bei dem Treffen sei herausgekommen, dass auch die Jugendwarte einem Neustart des Dienstbeginns vor dem Jahr 2021 kritisch gegenüber stünden, berichtete Uwe Bartels im Hauptausschuss. „Es ist ihnen aktuell leider nicht möglich, den gestellten Anforderungen vollumfänglich gerecht zu werden“, fuhr das Stadtoberhaupt fort.

Verbunden gewesen wäre die Wiederaufnahme der Dienste für den Nachwuchs mit hohem organisatorischen Aufwand, erklärte Sachgebietsleiterin Susanne Lange im Gespräch mit der Volksstimme. Es sei nicht zu erwarten gewesen, dass die Kinder immer verantwortungsvoll mit den geltenden Auflagen umgehen. Denn beim Thema Hygiene zum Beispiel gelte für den Nachwuchs nichts anderes als für alle anderen auch. Und in welcher Gruppenstärke hätten die Treffen ablaufen sollen?

Die Jugendwarte bei dem Thema einzubeziehen, sei gut gewesen. Sie als Sachgebietsleiterin finde deren Entscheidung, weiter keine Dienste stattfinden zu lassen, verantwortungsvoll, sagte Susanne Lange.

Die Dienste in der Feuerwehr dürften auch nicht mit privater Vereinsarbeit verwechselt werden, betonte die Sachgebietsleiterin. Kommt es zu einer Corona-Infektion, könne es für die Stadt teuer werden. Die sei als Trägerin des Brandschutzes dann nämlich verpflichtet, die Testkosten zu übernehmen. Bei zehn bis 15 Kindern könnten dafür einige Kosten entstehen. Das sei ein entscheidender Faktor gewesen.

Mindestens bis zum 31. Dezember 2020 sollen die Ausbildungen in den Kinder- und Jugendfeuerwehren der Stadt Klötze nicht mehr aufgenommen werden, nannte Bürgermeister Uwe Bartels ein konkretes Datum. Auch die Stadt begrüße die verantwortungsvolle Einstellung der Jugendwarte, sagte das Stadtoberhaupt.