Neue Förderphase des Naturschutzprojektes begann am 1. Januar / Waldumbau vorgesehen

Weitere Fischtreppen im Drömling geplant

Von Markus Schulze

Auch nach Ablauf der zweiten Förderperiode, die am 31. Dezember 2012 endete, setzt der Zweckverband Drömling seine Arbeit fort. Unter anderem sollen weitere Fischtreppen geschaffen werden.

Drömling l Der Zweckverband Drömling wird in diesem Jahr sozusagen Geburtstag feiern. Seit 1992 (siehe auch Infokasten) widmen sich die Mitarbeiter der Gegenwart und der Zukunft des Drömlings. Der Höhepunkt der Feierlichkeiten, so verriet Geschäftsführer Matthias Kausche im Gespräch mit der Volksstimme, soll voraussichtlich am 5. Juni stattfinden. Dazu werden zum Teil hochrangige Gäste aus Sachsen-Anhalt und Niedersachsen erwartet. Bis dahin ist aber noch eine Weile Zeit und Matthias Kausche und Co. können sich voll und ganz ihrem Tagesgeschäft widmen.

Ende 2012 lief die zweite Förderphase für das Naturschutzgroßprojekt aus. "Aber es geht nahtlos weiter. Wir haben noch viel zu tun", sagt Matthias Kausche. Mit Beginn dieses Jahres startete die dritte Förderphase, die vorrangig über Gelder der Europäischen Union abgewickelt werden soll und, so die Hoffnung des Zweckverbandes, bestenfalls bis 2025 ausgedehnt werden kann. So lange läuft nämlich der Pflege- und Entwicklungsplan, der als Arbeitsgrundlage dient.

In diesem sind auch die künftigen Vorhaben aufgelistet. Zunächst einmal müssen aber noch Restarbeiten aus der vorigen Förderperiode bewältigt werden, und zwar im Rätzlinger Drömling. Dort sollen zwischen Aller und Mittellandkanal zwei neue Stauanlagen geschaffen werden. "Dann ist dieser Bereich zumindest wasserbaulich abgeschlossen", sagt Matthias Kausche.

Im Sinne der "ökologischen Durchgängigkeit" soll dann im Frühling oder Sommer damit begonnen werden, an der Hoffmannschleuse zwischen Mannhausen und Sachau sowie an der Kämkerhorstschleuse je eine Fischaufstiegsanlage zu bauen. Damit soll es wandernden Fischen weiter ermöglicht und erleichtert werden, ihre Laichplätze zu erreichen. Noch dazu dienen die Fischtreppen der Vernetzung von Biotopen und somit dem Austausch zwischen Populationen. "Dazu ist es wichtig, ein großes und zusammenhängendes Gebiet zu haben", erklärt Kausche.

Ein weiteres Ziel ist der Waldumbau. Hierzu sind drei Förderanträge gestellt worden. Auch hiermit soll 2013 begonnen werden. Und zwar ist vorgesehen, auf einer Fläche von insgesamt 30 Hektar, schwerpunktmäßig im Gebiet zwischen Velsdorf, Mannhausen, Rätzlingen, Bösdorf und Miesterhorst, sogenannte Initialpflanzungen zu betreiben und Böden derart vorzubereiten, damit sich Baumarten wie Erle, Weide, Traubenkirsche aussamen können. Zurzeit befindet sich übrigens etwa 400 Hektar Wald im Eigentum des Zweckverbandes.

In Buchhorst und bei Röwitz werden Rastplätze gebaut

Erwünscht ist außerdem, dass sich dort Fichte, Birke, Lärche, Hybridpappel und Eiche etablieren können. "Ziel sind etwa Stileichen-, Hainbuchen-, Trauerweiden-, Traubenkirsch- und Eschenwälder", informiert Matthias Kausche und fügt hinzu, dass das natürlich nicht von heute auf morgen, sondern in mehreren Schritten, 10 bis 15 Hektar pro Jahr, passieren wird. "Alles in allem betrifft das etwa 200 Hektar, die so umgebaut werden sollen", erläutert er. Von diesen Maßnahmen sollen auch Vögel profitieren.

Des Weiteren sind bei der Lokalen Aktionsgruppe Drömling drei Projekte eingereicht worden. Zum einen soll am Jahresbäumepark in Buchhorst das Umfeld gestaltet und ein Rastplatz geschaffen werden. Zum anderen soll an der Besucherplattform bei Röwitz ein Rast- und Parkplatz gebaut werden. Und zum dritten soll die Schwarze Brücke in der Nähe von Kaiserwinkel saniert werden.

Doch damit nicht genug: Für 2014 hat Matthias Kausche die Errichtung von Fischtreppen an der Kolonie Frische zwischen Buchhorst und Frankenfelde sowie an der Krähenfußschleuse bei Miesterhorst ins Auge gefasst. Der Bau einer Fischtreppe am Wehr bei Jahrstedt-Germenau ist für 2015 angedacht.

Langfristig, so blickt Matthias Kausche voraus, soll überdies das Jeggauer Moor an das bestehende Gewässersystem angeschlossen werden.