Königinnen brachten keine Brut zustande / Aber: Arbeiterinnen haben nun Appetit auf Süßes

Wespen sind dieses Jahr (noch) keine Plage

Von Markus Schulze

Gut ein Jahr ist es her, da wahre Heerscharen von Wespen den Altmärkern den Spaß an den Ferien verdarben. Es gab eine regelrechte Plage. In diesem Sommer ist das anders. Grund: Den Insekten machte der teils kalte Frühling arg zu schaffen.

Klötze l 2011 gab es vor Wespen kaum ein Entkommen. Bei jedem Biss in den Kuchen und bei jedem Schluck aus der Brauseflasche musste man auf der Hut sein. Seinerzeit blieb die Schafskälte im Frühjahr aus. Das spielte den schwarzgelben Hautflüglern in die Karten. An deren seinerzeitigen Häufung kann sich Uwe Przybilla, Imker aus Klötze, noch gut erinnern. Schließlich machen Wespen auf der Suche nach Nahrung auch vor Bienenstöcken nicht halt. In diesem Jahr hält sich die Sorge von Uwe Przybilla aber in Grenzen. Denn Wespen sind derzeit kaum zu sehen.

Uwe Przybilla weiß auch, warum: "Das hängt halt immer von den Umwelt- und Witterungsbedingungen ab." So war es während der Phase, in der die Königinnen gemeinhin aus der Winterstarre erwachen, also von Mitte April bis Mitte Mai, hierzulande recht kühl. Dadurch wurde vielfach keine Brut zustande gebracht. Das, so betont Uwe Przybilla, muss aber nicht bedeuten, dass man in diesem Jahr wirklich ungestört ein Eis schlecken kann. Denn: "Die Wespenköniginnen stellen jetzt ihre Eiablage ein." In der Folge werden die Arbeiterinnen sozusagen "arbeitslos" und bekommen schier unbändigen Appetit auf Süßigkeiten. Auf der Speisekarte stehen vor allem Obst und Säfte. Um unliebsame Begegnungen zu vermeiden, empfiehlt Uwe Przybilla, süße Speisen und Getränke abzudecken, Äpfel, Birnen und Pflaumen abzusammeln und Wespen den Zugang zu Innenräumen durch Vorhänge zu versperren. Sollte man gestochen werden, lindert eine halbierte Zwiebel den Schmerz, kühlt und verhindert das Anschwellen.

Wespen leben nur einen Sommer lang

Allerdings, so beruhigt Uwe Przybilla, geht der ganze Spuk auch relativ schnell wieder vorbei, da mit Ausnahme der überwinternden Königin, die im nächsten Frühjahr an anderer Stelle ein neues Volk gründet, alle Wespen im September sterben.