Klötze l Müll, soweit das Auge reicht. Dieser Zustand herrscht bereits seit einigen Wochen im Klötzer Wohngebiet Am Hegefeld an der Schützenstraße. Denn der Entsorger von Papier und Hausmüll, die Deponie GmbH des Altmarkkreises Salzwedel, hat von den beiden Entsorgungsplätzen im Wohngebiet den Hausmüll und die Papiertonnen in diesem Jahr noch nicht abgefahren. Nicht nur, dass die jeweils beiden 500 und 1100 Liter fassenden Container völlig überfüllt sind. Auch um die Kunststoffbehälter hat sich sehr zum Ärger der Mieter schon reichlich Abfall angesammelt. Die Bewohner der drei betroffenen Blocks der Wohnungsbaugesellschaft wissen bald nicht mehr, wo sie ihren Papierabfall und Hausmüll abstellen oder entsorgen sollen.

Der Geschäftsführer der Deponie GmbH Altmarkkreis Salzwedel, Steffen Romatschke, begründete die Nichtentsorgung damit, dass die Entsorgungsfahrzeuge auf Grund der Straßenenge nicht an die jeweiligen Container heranfahren und auch bei dem Wohnblock im Kreuzungsbereich Schützenstraße/Straße der Jugend nicht um die unbefestigte Kurve fahren können. Das kreiseigene Unternehmen hatte daher die Klötzer Wohnungsbaugesellschaft aufgefordert, die insgesamt vier Container vom Hausmeister auf den Parkplatz ziehen zu lassen und dort abzustellen.

Doch das sieht der Klötzer Wobau-Geschäftsführer Jens Passier anders und beruft sich auf die Abfallwirtschaftssatzung des Altmarkkreises vom 20. September 2020. Dort ist in Paragraf 16 Absatz 3 (siehe Infokasten) klar geregelt, wie die Entsorgung von Mülltonnen und –Containern zu erfolgen hat. Nach dem Kreisdokument ist die Entsorgungsfirma selbst dafür verantwortlich, die Container an einen anderen Ort zu fahren und sie anschließend fachgerecht zu leeren.

„Sollte es andere Vorgaben geben, müsste es eine neue Satzung geben“, betonte Jens Passier, der daran erinnert, dass sie erst im September 2020 im Kreistag beschlossen wurde. Dennoch zeigte sich der Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft weiter gegenüber der Deponie GmbH des Altmarkkreises Salzwedel gesprächsbereit, um das Pro­blem auch im Sinne der Mieter zu lösen. Denn die sind unter dem Strich die Leidtragenden bei dem Problem. „Gut, dass momentan Winter ist und die Abfälle keine Gerüche verursachen“, merkte ein Mieter an. Er hoffte sehr, dass dieses Dilemma umgehend gelöst wird.

Gespräche gab es in der Vergangenheit bereits

Das hoffen auch die beiden Geschäftsführer. Doch bislang scheint keine kurzfristige Lösung in Sicht zu sein. Zwar gab es in der Vergangenheit schon Gespräche zwischen beiden Seiten. Doch zu seiner finalen Klärung kam es bislang noch nicht. Sowohl Romatschke als auch Passier wollen im Sinne der Fürsorgepflicht das Problem aus der Welt räumen, doch die Frage ist aktuell, wie.

Die Deponie GmbH besteht, so Steffen Romatschke, auf einer befestigten Umfahrung der 90-Grad-Kurve um den Wohnblock an der Kreuzung Schützenstraße/Straße der Jugend. Für diese Vorhaben gab es auch schon Planungen vonseiten der Wohnungsbaugesellschaft, wie Jens Passier informierte. Doch zu einem endgültigen Projektabschluss kam es nicht, weil der Geschäftsführer der stadteigenen Gesellschaft die Kosten für die neue Umfahrung im Sinne der Stadt im Auge behalten muss.