Erste Reaktionen aus Apenburg-Winterfeld zu den bekannt gewordenen Plänen für das Waldbad

"Wurden vor vollendete Tatsachen gestellt"

Von Walter Mogk

Wie geht es nun weiter mit dem Apenburger Waldbad? Nach dem Bekanntwerden des Verbandsgemeinde-Vorschlages zur Schließung gab es gestern zurückhaltende Reaktionen. Die Augen richten sich nun auf die entscheidende Sitzung des Rates am Mittwoch.

Apenburg l Dass die Volksstimme gestern enthüllte, worauf sich der Verbandsgemeinderat während seiner Geheimsitzung am Mittwochabend mehrheitlich in Sachen Bäder geeinigt hat, sorgte bei Apenburg-Winterfelds Bürgermeister Harald Josten für Verwunderung. "Ich bin erstaunt und überrascht, dass aus einer nichtöffentlichen Sitzung so viele Einzelheiten nach draußen dringen", meinte der Winterfelder auf Nachfrage der Volksstimme. Zum Ergebnis der Sitzung wollte er sich jedoch nicht äußern.

Jostens Blick geht in Richtung nächsten Mittwoch. Dann kommt der Verbandsgemeinderat noch einmal in Kuhfelde zusammen. Auf der Tagesordnung: Die Umsetzung des Beschlusses über die Rückgabe der Bäder in Apenburg und Dähre an die Mitgliedsgemeinden. Diesmal soll darüber öffentlich abgestimmt werden, ob die Verbandsgemeinde die Einrichtungen schließt und bei vorhandenem Rücknahmewillen der Gemeinden Vereinbarungen über einen Zuschuss abschließt. Hinter verschlossenen Türen gab es am Mittwoch für dieses Vorgehen eine Mehrheit von 13 Stimmen (wir berichteten).

Harald Josten schließt nicht aus, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. "Am Mittwoch werden wir sehen, was gehauen und gestochen ist", erklärte er gegenüber der Volksstimme. Er habe schon so oft erlebt, dass vorher von einer großen Mehrheit für eine Sache die Rede war. "Und wenn es darauf ankam, sah dann die Welt schon ganz anders aus", so Josten.

Das Problem: Während die klamme Gemeinde Dähre nach dem derzeitigen Plan wohl mit maximal 30000 Euro Zuschuss auf zwei Jahre von der Verbandsgemeinde (VG) rechnen kann, wenn sie das Bad zurücknimmt, dürfte Apenburg-Winterfeld leer ausgehen. Von den 20000 Euro Zuschuss, die von der Gemeinde gefordert und auf Vorschlag der Unabhängigen Fraktion auch schon vom Einrichtungs- und Sozialausschuss des Verbandsgemeinderates befürwortet wurden, war am Mittwoch offenbar keine Rede mehr. Grund für die Zurückhaltung: Die VG bezahlt auch dieses Jahr noch die Lohnkosten für den Apenburger Schwimmmeister, der bei ihr angestellt ist und auch bei einer Rücknahme des Bades durch die Gemeinde nicht mit übergeben werden soll.

Ob Apenburg-Winterfeld das Waldbad unter diesen Bedingungen zurücknehmen wird, ist ungewiss. Schließlich müsste die Gemeinde das Defizit von mehr als 50000 Euro dann ganz allein übernehmen. Eine Entscheidung des Rates wird erst nach der Sitzung am Mittwoch erwartet.

Die Winterfelderin Ninett Schneider, die sowohl im Apenburg-Winterfelder als auch im Verbandsgemeinderat sitzt und bei der Geheimsitzung anwesend war, betonte gestern auf Anfrage der Volksstimme, dass es am Mittwoch nur darum gehen werde, ob die Verbandsgemeinde die beiden Bäder schließt oder nicht. Ob sich danach der Gemeinderat dazu durchringt, das Waldbad zurückzunehmen, vermochte sie nicht vorherzusagen.

Schneider wies zudem darauf hin, dass im Vorfeld weder mit dem Apenburg-Winterfelder Rat noch mit dem Bürgermeister über den Vorschlag der Verbandsgemeinde gesprochen worden sei. "Wir hatten keine Wahl, und es wurde auch nicht mit uns verhandelt. Apenburg-Winterfeld ist vor vollendete Tatsachen gestellt worden", erklärte sie. Ganz anders mit Dähre. Hier hatte Verbandsgemeinde-Bürgermeisterin Christiane Lüdemann vor der Geheimsitzung des VG-Rates das Gespräch mit Bürgermeister Harald Heuer gesucht und den ausgearbeiteten Vorschlag mit ihm abgestimmt (wir berichteten).

Entsetzt zeigte sich gestern der Förderverein Waldbad Apenburg über die am Mittwoch gefundene Lösung im Bäderstreit. "Das sind schlimme Nachrichten, ich bin stinksauer", meinte Vorsitzender Jürgen Ulrich gegenüber der Volksstimme. Er könne nicht verstehen, dass von den 20000 Euro Zuschuss für das Apenburger Bad nicht mehr die Rede ist und "600 gesammelte Unterschriften für den Erhalt des Bades einfach ignoriert werden". Dennoch wolle er erst einmal die entscheidende öffentliche Sitzung des Verbandsgemeinderates am Mittwoch abwarten. "Danach werden wir mit Fakten reagieren", kündigte er an.