Klötze l Würde nicht ein Hinweisschild zeigen, dass sich am Zinnberg ein Waldklassenzimmer befindet, niemand würde irgendeinen Nutzen in dem Haufen Steine erkennen. Müll und Glasscherben weisen den Weg zu dem einstigen Vorzeigeobjekt, das in den 1990er Jahren mithilfe von Fördermitteln sowie Spenden der Sparkasse Altmark West aufgebaut worden ist.

Ziel war es, Schülern und Kita-Kindern dort direkt in der Natur die heimatliche Flora und Fauna näher zu bringen. Gewissermaßen Unterricht in der Natur.

Doch seit dem Bestehen des Waldklassenzimmers ist das Areal immer wieder von Unbekannten beschädigt worden. Inzwischen kann der Zustand ohne Übertreibung als zerstört bezeichnet werden. Das einst von einer Mauer aus Feldsteinen eingefasste Klassenzimmer wirkt, als hätten Archäologen eine 2000 Jahre alte Kultstätte ausgegraben. Dafür wäre die Anlage sogar noch gut erhalten. Bedenkt man aber, dass sie erst vor rund 20 Jahren gebaut worden ist, machen sich Zweifel an der Sinnhaftigkeit breit. Die Mauer ist nur noch ein Steinhaufen. Unbekannte richteten sich eine Sitzecke aus Müll und Holzabfällen ein. Sogar eine Feuerstelle gibt es. Warum hat eigentlich nie jemand dort ein Feuer bemerkt?

Im Rathaus ist die aktuelle Situation am Waldklassenzimmer nicht bekannt. „Natürlich wollen wir das Waldklassenzimmer erhalten“, betonte Bürgermeister Uwe Bartels. „Aber weil es so abseits liegt, ist es nicht immer unter Kontrolle.“

Uwe Bartels stellte in Aussicht, die Stadtwirtschaft mit der Sanierung zu beauftragen. „Fakt ist“, sagte er, „das Waldklassenzimmer wird weniger genutzt als früher.“ Bei dem Zustand kein Wunder.