Magdeburg l Aufgrund der noch andauernden Sanierungsarbeiten am Barleber See in Magdeburg dürfen Angler im See nicht mehr auf Raubfische gehen. Das wurde am 18. September 2019 bei einem Vororttermin mit dem Magdeburger Anglerverein, dem Institut für angewandte Gewässerökologie GmbH und dem Fachbereich Schule und Sport entschieden. „Es wurde abgestimmt, den Barleber See I für die Ausübung der Angelfischerei auf alle Arten von Raubfischen vorübergehend zu sperren“, erklärt der Vorsitzende des Anglervereins, Matthias Kabel.

Die Sperre gilt vorerst für ein Jahr bis zum 30. September 2020 und kann bei Bedarf verlängert werden. Sie bezieht sich auf das Angeln vom Ufer oder von einem Wasserfahrzeug im Sinne der Gewässerordnung des Landesanglerverbandes Sachsen-Anhalt e. V. aus sowie auf die Verwendung aller zum Raubfischfang geeigneten Kunst- oder Naturköder.

„Raubfische, die in diesem Zeitraum unbeabsichtigt gefangen werden, sind zwingend, sofern sie nicht nachhaltig verletzt sind, schonend zurückzusetzen“, betont Matthias Kabel. Schwer verletzte Fische sind waidgerecht zu töten. Es besteht über den gesamten Zeitraum ein Aneignungsverbot für alle Raubfische, auch für nachhaltig verletzte Fische.

Hintergrund der Maßnahme sind die Sanierungsarbeiten zur Bekämpfung der Blaualgenplage. In diesem Zusammenhang werden derzeit nahezu täglich zusätzliche Raubfische in das Gewässer eingebracht. Sie sollen den Bestand an Weißfischen regulieren. Diese Besatzmaßnahmen sind mit entsprechenden finanziellen Mitteln verbunden, die die Stadt Magdeburg aufbringen muss. „Ein zeitgleiches ‚Wiederherausangeln‘ der in das Gewässer eingebrachten Raubfische widerspräche dem mit dem Institut für angewandte Gewässerökologie abgestimmten Hegeplan für dieses Gewässer“, sagt der Vorsitzende des Anglervereins.