Magdeburg l Mehr als 2600  Flüchtlinge muss die Stadt Magdeburg in diesem Jahr aufnehmen. Händeringend ist in den vergangenen Wochen daher nach Unterbringungsmöglichkeiten gesucht worden. Zeltstädte wie in Dresden sollen vermieden werden, zumal die kalte Jahreszeit bevorsteht. Bis zum Ende des Jahres müssen aber noch mehr als 1000  Plätze gefunden werden, wo Flüchtlinge wohnen können. Die Stadt hatte deshalb gezielt aufgerufen, Immobilien anzubieten, die entweder die Stadt oder die Flüchtlinge selbst anmieten könnten. Am Montag nun wird nach Volksstimme-Informationen der Stadtrat in nichtöffentlicher Sitzung über Angebote entscheiden.

Im Gespräch sind die Gebäude Johannes-Göderitz-Straße 17 bis 26 mit 143  Wohneinheiten. Damit würde die Stadt den zweiten größeren Komplex für die Unterbringung von Flüchtlingen in Neu-Olvenstedt schaffen. Am Bruno-Taut-Ring haben Flüchtlingsfamilien bereits eine Unterkunft erhalten.

Aber auch im Süden der Stadt kann die Verwaltung Wohnungen anmieten. Im Bereich Schilfbreite stehen nach Volksstimme-Informationen mehr als 200  Wohnungen an der Willi-Bredel-Straße und der Bernhard-Kellermann-Straße zur Verfügung.

Sowohl in der Schilfbreite als auch in Neu-Olvenstedt wäre die Wobau der Vermieter. Die Wohnungen sind zum Teil noch in der Nutzung oder müssen saniert werden. Ein Privatmann bietet zudem knapp 50 Wohnungen in der Bahnikstraße 1 a bis 1 d in Buckau an. Maximal 180 Menschen könnten dort unterkommen. In der Parallelstraße, der Grusonstraße, befindet sich bereits eine Gemeinschaftsunterkunft.

Ebenfalls eine Gemeinschaftsunterkunft könnte das Hotel City Inn an der Carnotstraße werden. Der Betreiber war gestern nicht zu erreichen. Oberbürgermeister Lutz Trümper wollte sich gestern noch nicht äußern, da Immobilienangelegenheiten im Stadtrat nicht öffentlich behandelt werden dürfen und bat um Verständnis. Die Hilfsbereitschaft der Magdeburger indes ist groß. Die Resonanz auf den Hilferuf der Verwaltung nach Ausstattungsgegenständen für Wohnungen ist ernorm. Die Annahmestellen für Geschirr, Kleidung und vieles andere mehr seien von Spendewilligen regelrecht überrannt worden (wir berichteten).