Schulen können sich bewerben

Im kommenden Jahr soll wieder eine Schule ausgezeichnet werden. Bewerben können sich Einrichtungen aus Magdeburg und Umgebung. Zur erreichen ist der Club im Internet über clubmagdeburg.soroptimist.de (dort über den Punkt Kontakt).

Der Magdeburger Club gehört zum weltweiten Netzwerk mit mehr als 30 000 berufstätigen Frauen, die sich für Menschenrechte, weltweiten Frieden und internationale Verständigung einsetzen.

Die Verleihung der Tafel ist ursprünglich als Aktion im Club Regensburg geboren. Anlass war der 60. Jahrestag des Inkrafttretens des Grundgesetzes in der Bundesrepublik. „Durch die jüngsten Ereignisse in Paris hat unsere Aktion ungewollte und traurige Aktualität erhalten“, heißt es in einer Information des Magdeburger Clubs. (ri)

Magdeburg l Tag der offenen Tür im Norbertusgym- nasium in der Nachtweide 77 am Sonnabend: Die Schule in Trägerschaft der Edith-Stein-Schulstiftung des Bistums Magdeburg zeigt ihre Schwerpunkte und Besonderheiten. Vor allem Familien, deren Kinder kurz vor dem Wechsel in die weiterführende Schule stehen, nutzen diese Gelegenheit, um sich ein Bild von dem Gymnasium in der Neuen Neustadt zu machen.

Gelegenheit auch, um gleich zu Beginn einer Ehrung beizuwohnen, die es in Sachsen-Anhalt bislang nicht gab: Der Club Magdeburg von Soroptimist International – dem nach eigenen Angaben größten Serviceclub beruftstätiger Frauen in der Welt – verleiht der Schule eine Tafel mit den ersten drei Artikeln des deutschen Grundgesetzes, in denen die Menschenrechte verankert sind. Dazu gibt es gedruckte Karten gleichen Inhalts für alle Schüler und Lehrer. „Die Übergabe erfolgt mit Blick auf den 10. Dezember: An diesem Tag wurde im Jahr 1948 die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von den Vereinten Nationen verabschiedet“, heißt es in einer Erklärung zur Ehrung, die es in diesem Jahr in Sachsen-Anhalt zum ersten Mal gab.

Vielfalt hat überzeugt

Sabine Röpke vom Förderverein der Magdeburger Soroptimistinnen sagt: „Uns hat vor allem diese Vielfalt an Aktivitäten überzeugt.“ Bärbel Spengler ist pädagogische Leiterin am Norbertusgymnasium und eine treibende Kraft hinter den Aktivitäten in Sachen Demokratie und Menschenrechte. Sie berichtet: „Wir haben beispielsweise eine Woche der Demokratie ausgerichtet.“ Auf dem Schulprogramm standen in den vergangenen Monaten Gespräche mit dem Landesdatenschutzbeauftragten, mit Vertretern des Verfassungsschutzes und denen aus Nichtregierungsorganisationen wie Greenpeace und Amnesty International. Daneben haben sich die Norbertus-Schüler auch mit dem Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung auseinandergesetzt. All diese Aktivitäten hatten zwei Schüler in einer Präsentation aufbereitet und damit den Magdeburger Club überzeugt.

Mit dem Ministerpräsidenten diskutiert

Anja Kriesch von der Soroptimistinnen sagt: „Die Frage, was am meisten beeindruckt hat, ist schwer zu beantworten. Aber vielleicht ist es dieser Punkt von Integration und Inklusion, der besonders interessant ist.“ Karin Leßmann ist ebenfalls Mitglied im Magdeburger Club und sagt: „Zumal die Aktivitäten ja über die reine Information hinausgingen: Es gab einen Austausch mit Jugendlichen mit Behinderung und eine Diskussion mit unserem Ministerpräsidenten.“

Auf die Aktion der Regensburger Soroptimistinnen war die pädagogische Leiterin zeitgleich mit dem Club in Magdeburg aufmerksam geworden: Ihrem Sohn war die Tafel bei einem Besuch in einer Schule in der Oberpfalz aufgefallen.

Menschenrechte sind in dieser Woche Thema

In dieser Woche geht es gleich weiter mit dem Thema Demokratie und Menschenrechte: Anhand der drei ersten Artikel des Grundgesetzes werden aktuelle Fragen diskutiert. So werden sich die Schüler des Norbertusgymnasium damit auseinandersetzen, was denn die Würde eines jeden Menschen ist, die laut Artikel 1 des Grundgesetzes unantastbar ist. Die Initiatoren dieses Nachdenkens bitten alle Empfänger der Karten mit den drei Artikeln des Grundgesetzes zudem, diese an einem gut sichtbaren Ort zu platzieren und sie damit nie aus den Augen zu verlieren.