Magdeburg l Bereits zum neunten Mal ehren die Bündnisgrünen in Magdeburg zum Frauentag eine engagierte Frau. Die Grünen hatten in den vergangenen Jahren mit von der Partei finanzierten Zusatzschildern auf die in Vergessenheit geratenen weiblichen Namenspatroninnen hingewiesen. Am Dienstag enthüllten Vertreter des Kreisverbandes das Zusatzschild an der Anna-Ebert-Brücke, dessen Text wie folgt lautet: Die KPD-Politikerin (1889-1947) kämpfte für Frauenrechte und gegen die Nazis. Nach 1945 leitete sie das Fürsorgeamt der Stadt.

Der Name Anna Ebert ist vielen Menschen in Magdeburg bislang nur durch die nach ihr 1951 benannte Brücke über die Alte Elbe bekannt. Anna Ebert, geboren 1889 in Derben/Kreis Jerichow, setzte sich seit den 1920er Jahren vor allem für Frauenrechte ein, beispielsweise für die Abschaffung des Paragrafen 218, der Abtreibung unter Strafe stellte. Darüber hinaus kämpfte die KPD-Politikerin, die von 1929-33 der Magdeburger Stadtverordnetenversammlung angehörte, gegen die Machtergreifung der Nationalsozialisten. Diese verhafteten Anna Ebert 1933 und steckten sie in Berlin ins Gefängnis. 1939 brachte man sie ins KZ Ravensbrück. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Anna Ebert Leiterin der Sozialfürsorge in Magdeburg-Ost und eröffnete den ersten Kindergarten in diesem Stadtgebiet. Sie starb 1947.

Neben dem Lebenslauf bemühte sich der Kreisverband auch um ein Porträtfoto von der KPD-Politikerin. Doch die Suche blieb erfolglos. Auch das Magdeburger Stadtarchiv konnte nicht weiterhelfen, berichtete Uwe Arnold von den Grünen.

Anna Ebert steht nun in einer Reihe mit beispielsweise Maria Catharina Tismar (Tismarstraße, Stadtfeld) und Ida Lücke (Lückestraße, Werder).