Magdeburg l Von Juli bis Oktober vergangenen Jahres waren die ersten zehn Pheromonfallen im Stadtgebiet im Einsatz, berichtete Dr. Ursel Sperling von der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau (LLG) bei der Infoveranstaltung am Donnerstag in Rothensee. Sieben der aus schwarzer Pappe bestehenden Konstruktionen hingen damals entlang der Elbe im Wiesenpark, drei weitere wurden vorsorglich im Magdeburger Zoo installiert.

Der liegt zwar knapp außerhalb der 43 Quadratkilometer großen Quarantänezone. Aber genau wie beim Herrenkrug mit seinem historischen Baumbestand will man dort lieber auf Nummer sicher gehen und einmal öfter kontrollieren. Gefangen wurden dort glücklicherweise keine Käfer. Aber in zwei Fallen auf ostelbischer Seite schwammen schließlich vier Käfer in der Kochsalzlösung im Auffangbehälter.

Die Fallen seien aber auch nicht unbedingt für den massenhaften Fang gedacht, erläuterte Sperling weiter, sondern sollen vielmehr dabei helfen, weitere befallene Bäume zu entdecken. Denn in einem Umkreis von maximal 150 Meter – so weit reicht der Lockstoff – muss sich bei einem Fang folgerichtig ein solcher Wirtsbaum befinden. 200 dieser Pheromonfallen sind bereits vom Land angeschafft worden.

Jungbaum im Container

Eine weitere Methode, die bereits erfolgreich beispielsweise in Bayern angewandt wird, sind sogenannte Fangbäume. Diese jungen Bäume von Arten, die der Käfer bevorzugt, werden in beweglichen Containern in Risikogebieten aufgestellt. Sinn der Sache ist, dass der Käfer auf Wirtssuche diese Bäume zielgerichtet anfliegt. Aufgrund der geringen Größe und wenigen Äste kann er dort leichter erkannt werden und dann samt Baum entfernt werden. Von den Fangbäumen sollen 50 Exemplare erworben und aufgestellt werden. Wer eine Pheromonfalle oder einen Fangbaum auf dem eigenen Grundstück aufstellen will, kann sich bei der LLG melden.

Durch die sechs neuen Funde in diesem Jahr hat sich auch erneut die Dauer der Quarantänezone mit all ihren Einschränkungen bis mindestens Frühjahr 2020 verlängert. Sie muss vier Jahre nach dem jüngsten Fund aufrechterhalten werden. Erst wenn es in dieser Zeit keinen neuen Fall gab, gilt das Gebiet als käferfrei. Wie lange das dauern kann, zeigt ein bayerisches Beispiel, das Ursel Sperling nannte. Dort fand man 2004 den ersten Käfer und erst jetzt, 12 Jahre später, konnte die Quarantäne beendet werden.

Das Interesse an dem aus Asien vermutlich über den Hafen eingeschleppten Käfer ist groß, wie Ursel Sperling berichtete. Museen und Schulen wollen ein Exemplar für Anschauungszwecke haben. „Wir haben aber keine lebenden Käfer“, sagte sie. Alle Larven und Puppen werden umgehend vernichtet.

Kontakt bei Fragen oder möglichen Käferfunden unter Tel. 03941/33 43 41 oder auf der Internetseite der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau.