Magdeburg l Exakt 27 Minuten dauerte der Monolog des Stadtoberhauptes bei der traditionellen Jahresauftakt-Pressekonferenz am Mittwoch. Dann hatte Trümper die wichtigsten Projekte der kommenden zwölf Monate vorgetragen: Kitas, Schulen, große Verkehrsbauvorhaben.

Das Überraschendste dabei waren nicht die Projekte, die mehrfach schon in der Volksstimme zitiert wurden. Vielmehr fehlte wohl erstmals seit seinem Amtsantritt 2001 bei einer Jahresauftakt-Pressekonferen das Wort „Einsparung“.

Denn anders als in den finanziell dürren 2000er Jahren kann die Stadt mittlerweile u. a. wegen vergangener Sparmaßnahmen, gestiegenen Landeszuweisungen und verstärkten Steuereinnahmen auf einen weitgehend ausgeglichenen Haushalt verweisen und wieder mehr investieren - was sie schleunigst auch tun muss: Um wie angekündigt 2017 „zu wachsen“ und denen, die schon da sind, gute Bedingungen zu bieten.

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Stadt wartet auf Fördermittel-Zusage

Ganz vorn dran steht die Versorgung mit Kita-Plätzen. Mittlerweile gibt es eine Warteliste mit bis zu 300 Kindern, die aktuell nicht sofort einen Platz finden. Trümper gibt zu, deshalb auf die Tube drücken zu müssen: „Wir investieren allein 2017 und 2018 mehr als 31 Millionen Euro in den Neubau oder die Sanierung von Kita-Einrichtungen und werden dann rund 500 Plätze mehr haben.“ Schon in den vergangenen vier Jahren seien knapp 2000 Kita-Plätze neu geschaffen worden.

Dass sie aktuell nicht ausreichen sei Sonderfaktoren geschuldet. Trümper: „So besuchen bereits rund 270 Kinder von Flüchtlingsfamilien die Kitas. Das halte ich für außerordentlich sinnvoll und richtig. Aber diese Kinder waren einfach nicht eingeplant, weil keiner mit der Flüchtlingskrise rechnen konnte.“ Weitere 200 Kinder aus Flüchtlingsfamilien warten noch auf einen Platz.

Kitas erst 2018 fertig

Sanierungsverzug verstärke die Probleme. Weil das Land das Förderprogramm Stark III für die energetische Sanierung von Kitas 2016 verzögert habe, hatte sich die Stadt entschlossen, fünf Kita-Sanierungen auf eigene Rechnung zu beginnen. Fertig werden sie nun aber erst Mitte 2018.

Offen ist noch der Ausbau der letzten vier unsanierten Schulen in Magdeburg. Über das schon genannte Stark III-Programm sollen das Editha-Gymnasium am Lorenzweg, die „Wille“-Sekundarschule in Ottersleben, die Grundschule Diesdorf und die Berufsbildenden Schulen „Hermann Beims“ rekonstruiert werden. Hier wartet die Stadt auf die Zusage von Fördermitteln.

Zittern um Endtermin für Gleisviereck

Weiter geht es auch beim Tunnelbau am Bahnhof. Dort hat nun das große Zittern begonnen. Da die Baustelle ab 1. April wieder voll gesperrt wird, muss bis dahin unbedingt der Einbau des Gleisvierecks am Südring abgeschlossen sein. Diese Kreuzung dient als Umleitung für die Straßenbahnen zwischen City und dem Westen der Stadt, wenn die Tunnelbaustelle ab 1. April nicht mehr passierbar ist.