Magdeburg l Eine Anfrage des Gartenpartei-Rates Marcel Guderjahn förderte zur Ratssitzung in Magdeburg eine erneute Wende im Fall des sogenannten Ruderkastens am Seilerweg im Stadtpark zu Tage. Nach übereinstimmender Aussage von Oberbürgermeister Lutz Trümper und seines für Kultur, Schule und Sport zuständigen Beigeordneten, Matthias Puhle, ist die historische Trainingsstätte endgültig nicht mehr zu retten.

Abrisspläne für die 1973 eröffnete und Generationen von Magdeburger Ruderern ans Herz gewachsene Traininghalle hatten im Sommer 2019 noch abgewendet werden können. Die Stadt zog einen schon damals ergangenen Abrissauftrag zurück. Ein Privatinvestor hatte Kauf und Weiterbetrieb in eigener Regie angeboten. Guderjahn fragte im Rat nach dem Stand der Dinge in Sachen Ruderkasten-Perspektive: „Nach unserer Kenntnis ist noch keine Schlüsselübergabe an den neuen Betreiber erfolgt.“ Der Beigeordnete Puhle machte daraufhin Neuigkeiten öffentlich, die viele Sportfreunde überraschen und betrüben dürfte: „Der Abriss ist von 15. Februar 2020 bis Ende April ins Auge gefasst.“

Investor kündigte Vertrag im Dezember

Der 2019 als möglicher Retter aufgetretene Privatmann habe das Objekt zunächst von der Stadt Magdeburg angemietet. „Er hat den Vertrag aber bereits im Dezember wieder gekündigt“, so Puhle. Oberbürgermeister Trümper bekräftigte entschlossen: „Jetzt wird abgerissen.“ Der SC Magdeburg (SCM) habe nach Eröffnung des modernen Ersatzneubaus für seine beim Hochwasser 2013 enorm beschädigten Trainingsstätten kein Interesse an der weiteren Nutzung der Einrichtung. „Und für einen Privaten ist es einfach unmöglich, das zu finanzieren“, ist Trümper überzeugt.

Im Vorjahr hatten sich zahlreiche Ruderfreunde – darunter die Olympiasieger Wolfgang Güldenpfennig und Georg Spohr – für den Erhalt des Ruderkastens starkgemacht, weil er für die Nachwuchsausbildung bis heute von großem Wert sei.