Diesdorfer entwickeln Plan

Alte Flaniermeile soll in einem Magdeburger Stadtteil Platz zum Feiern bieten

Bürger- und Heimatverein Diesdorf hat für den Bereich Am Thie konkrete Pläne

Von Marco Papritz
Bürger- und Heimatvereinsvorsitzender Hilmar Knop (von rechts), Jan Müller und Manfred Kurth in jenem Gang an der Schrote, der mit einer Beleuchtung versehen werden soll.
Bürger- und Heimatvereinsvorsitzender Hilmar Knop (von rechts), Jan Müller und Manfred Kurth in jenem Gang an der Schrote, der mit einer Beleuchtung versehen werden soll. Foto: Marco Papritz

Magdeburg

Für die einen ist er der direkteste Weg vom Torplatz zum Abenteuerspielplatz, zur Grundschule oder zur Straßenbahn, auf dem sich abseits des Fahrzeugverkehrs bewegt werden kann. Für den Verein um Vorsitzenden Hilmar Knop ist der Fuß- und Radweg Am Thie eine Flaniermeile mit großem Potenzial. „Er ist nicht nur zentral gelegen, sondern hat auch eine Historie, an die wir anknüpfen möchten“, so Knop.

Alleecharakter und alte Mauer sind weg

Als Thie wurden einst mit Mauern eingefriedete und erhöhte, grasbewachsene Plätze bezeichnet, auf denen nicht selten steinerne Tische unter Linden standen. Ob Versammlungen von Bauern, Feste oder auch Gerichtsverhandlungen – hier traf sich die Dorfgemeinschaft. So auch in Diesdorf, das als Thietherestorp im Jahr 937 erstmals in einer Urkunde von Otto I. bei der Übereignung an das Magdeburger Moritzkloster erwähnt wurde. Im Heimatbuch (Seite 15) gibt es Hinweise darauf, wie Jan Müller – der Mann für die Geschichte im Verein – verweist. „Heute sind leider viele der prachtvollen Bäume, die dem Weg einen Alleecharakter gegeben haben, sowie die alte Dorfmauer weitestgehend verschwunden“, wie Manfred Kurth und Birger Polonji anmerken.

Dies soll sich ändern. „Mit Baumpflanzungen, die etwa im Rahmen der stadtweiten Spendenaktion oder als Ausgleichsmaßnahme für Bauprojekte umgesetzt werden können, soll der erste Schritt gemacht werden“, sagt Hilmar Knop. Der Verein ist auch bestrebt, Bänke aufstellen zu lassen, damit Bewohner und Radfahrer des Schroteradweges verweilen können. Und wenn sie einmal sitzen, sollen sie die Geschichte des heutigen Stadtteils nachlesen können – auf Messingtafeln, die auf zwölf Feldsteinen angebracht sind.

Alleine nicht machbar

Obendrein verfügt der Weg laut der Wunschliste des Vereins über einen Elektroanschluss, „damit Veranstaltungen wie ,Diesdorf im Advent’ die Bewohner zusammenbringen können – so wie früher“, sind sich Knop und Müller einig. In naher Zukunft soll der Thie sowie dessen Verlängerung aber zunächst mit einer Beleuchtung versehen werden, denn „obwohl dies ein Schulweg ist, ist es hier morgens und abends leider ziemlich dunkel“, sagt Manfred Kurth.

Der Verein möchte die Stadtverwaltung und -politik für sein Anliegen zum Thie begeistern, „denn hier fehlt es an einem zentralen Ort zum Verweilen und Austauschen“.