Magdeburg l Es ist ein Phänomen, das alle Jahre wieder auftaucht: „Gaunerzinken“. Diese Kreidezeichen sollen geheime Botschaften von Gaunern sein, die Häuser und Grundstücke ausgespäht haben. Zurückgehen sollen diese Zeichen auf Gauner und Landstreicher im Mittelalter. Verschiedene Symbole stehen angeblich dafür, ob in dem Haus Geld zu holen ist, der Bewohner dort allein lebt oder auf dem Grundstück ein Hund ist. Also quasi die Anleitung für einen später geplanten Einbruch.

Zuletzt sollen vor wenigen Tagen solche „Gaunerzinken“ in Klein Bartensleben westlich von Magdeburg entdeckt worden sein. Entsprechend verunsichert reagieren manche Hauseigentümer dann, wenn sie irgendwelche Zeichen bei sich am Zaun, Haus oder Briefkasten finden.

Polizei über Zeichen informieren

Ilona Wessner, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Magdeburg, kann hier beruhigen. „Wenn man Zeichen entdeckt, die man nicht zuordnen kann, sollte man nicht in Panik verfallen. Das Beste in dem Fall ist, das Zeichen fotografisch zu dokumentieren, die Polizei darüber in Kenntnis zu setzen und das Zeichen dann wegzuwischen“, rät die Polizeisprecherin.

Derlei angebliche „Gaunerzinken“ sollten nicht überbewertet werden. „Es gibt bislang keinen Nachweis dafür, dass es nach dem Entdecken solcher Zeichen zu einem Einbruch gekommen ist“, weiß die Pressesprecherin aus ihrer langjährigen Berufserfahrung. „Man sollte lieber etwas dafür tun, dass das Haus immer geschützt ist – ob nun mit ,Gaunerzinken‘ oder ohne“, rät Ilona Wessner.

Tipps von der Polizei

Tipps dafür geben die Regionalbereichsbeamten. Auch in den Polizeirevieren sowie im Info-Mobil des Landeskriminalamtes, das immer wieder durch die Lande tourt und Hinweise zum Schutz vor Einbrechern gibt, können sich Ratsuchende informieren.

In Magdeburg sind solche „Gaunerzinken“ kein Thema. Das kann Sebastian Alisch, Pressesprecher der Polizei Magdeburg, bestätigen. 2019 hat es noch nicht einen Fall gegeben, bei dem der Polizei solche Kreidezeichen angezeigt worden sind.

Kreidezeichen der Sternsinger

Welche Blüten solche „Gaunerzinken“-Gerüchte treiben können, hat ein Fall in Münster gezeigt. Hier hatte ein Hausbesitzer die Polizei alarmiert, weil er verdächtige Kreidezeichen entdeckt hatte. Das Ganze stellte sich allerdings als Segensgruß der Sternsinger heraus, die in den Tagen nach Weihnachten bis zum Dreikönigsfest am 6. Januar von Haus zu Haus gehen, Geld für soziale Projekte sammeln und „C+M+B“für „Christus mansionem benedicat - Christus segne dieses Haus“ mit Kreide über die Türen schreiben.