Immobilien

Anstieg der Mieten für Wohnungen in Magdeburg gebremst

Magdeburg hat einen stabilen Wohnungsmarkt – zu diesem Ergebnis kommt der Cityreport Magdeburg. Der Immobiliendienstleister Aengevelt hat diesen jetzt vorgestellt.

Von Martin Rieß
Gebäude in der Innenstadt der Landeshauptstadt Magdeburg.
Gebäude in der Innenstadt der Landeshauptstadt Magdeburg. Foto: dpa

Magdeburg - Wohnungen in Magdeburg sind attraktiv – sowohl für Mieter als auch für Vermieter. Diesen Schluss legt jedenfalls der Cityreport Magdeburg nahe, der am 18. Mai 2021 von Aengevelt Immobilien der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Was den Investoren möglicherweise schmerzen wird: Die Mieten sind nur geringfügig gestiegen und liegen teils deutlich unter den Werten anderer deutscher Großstädte. Die Mieten, für die Wohnungen angeboten wurden, lagen im Jahr 2020 im Schnitt bei kalt 6,28 Euro pro Quadratmeter. Ein Jahr zuvor waren es 6,17 Euro.

Rendite für Immobilien in Magdeburg

Und was Investoren Freude bereiten sollte: Ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau hat Magdeburg in den vergangenen Jahren im Osten Deutschlands den größten Sprung gemacht. Die Durchschnittsmiete lag im Jahr 2015 in der Landeshauptstadt immerhin noch bei 5,51 Euro bei Neu- oder Wiedervermietungen. Zudem lohnt sich Magdeburg für Anleger: Die Rendite ist für Mehrfamilienhäuser in den vergangenen Jahren zwar von fast acht auf 4,2 Prozent gesunken. Doch dieser Wert liegt noch deutlich über den Werten der großen Metropolen wie Berlin, München und Hamburg. Grund sind die dort sehr viel höheren Immobilienpreise, die für den Erwerb eines Hauses zunächst aufgewendet werden müssen.

In Magdeburg jedenfalls unterscheiden sich – wie in anderen Städten – die Mietpreise je nach Ausstattung, Lage und Baujahr des Gebäudes. Für einfache Angebote in Häusern, die bis 2008 gebaut wurden, wurden Mietpreise von 5,20 Euro pro Quadratmeter genannt. In sehr guten Lagen wurden Mietverträge zu Quadratmeterpreisen von 8,50 Euro abgeschlossen. Der Quadratmeterpreis bei Vermietungen für Wohnungen von 60 bis 80 Quadratmetern, die ab 2008 gebaut wurden, stieg innerhalb eines Jahres um drei Cent auf 8,77 Euro. In guter Wohnlage beliefen sich laut Aengevelt die Preise in Neubauten im Schnitt auf 8 Euro pro Quadratmeter, in sehr guten Lagen auch einmal auf 10 Euro.

6000 Wohnungen verfügbar

Prof. Volker Eichner ist Experte für Stadtentwicklung und Immobilienwirtschaft und lehrt seit 1999 an der Hochschule Düsseldorf. Er berichtet während der Pressekonferenz, dass es in Magdeburg keinen großen Leerstand an Wohnungen mehr gebe: 6000 seien sofort verfügbar. „Darunter befinden sich aber auch nicht mehr zeitgemäße Angebote“, so der Immobilienexperte.

Dementsprechend sei eine gute Nachricht, dass in Magdeburg wieder mehr Wohnungen fertiggestellt werden. Im Jahr 2020 waren es 962 nach 941 im Jahr 2019. In allen Jahren zuvor waren weniger als jene 720 Wohnungen in Magdeburg fertiggestellt worden, die laut Experten benötigt werden. Einen Tiefpunkt hatte es im Jahr 2016 mit 463 gegeben. Mit Blick auf die Zukunft lenkt Volker Eichner den Blick auf Baugenehmigungen für den Wohnungsbau: Nach 1549 im Jahr 2019 hatte es im vergangenen Jahr 1271 Genehmigungen gegeben.

Arbeitszimmer, Balkone und das Internet

Damit sei in den kommenden Jahren mit vielen interessanten Angeboten in verschiedenen Segmenten zu rechnen – und mit einem weiterhin stabilen Markt für Mietwohnungen. Dabei, so Volker Eichner, werden inzwischen bei Mietwohnungen größere Flächen nachgefragt. „Auch Arbeitszimmer, Balkone, Außenbereiche haben an Bedeutung gewonnen“, erläuterte er gestern.

Und Wulf Aengevelt, Geschäftsführender Gesellschafter von Aengevelt Immobilien, schiebt nach: „Eine Internetversorgung in Wohnungen ist mittlerweile wichtiger denn je. Investoren und Vermieter sollten das bei Neubau oder Sanierung berücksichtigen.“