Magdeburg l Joachim Stappenbeck ist Vorsitzender des Architekten- und Ingenieur-Verein zu Magdeburg von 1876. Er sagt: „Für das Jahr 2019 hat es eine Reihe von interessanten und beachtlichen architektonischen Lösungen gegeben, die das Magdeburger Stadtbild bereichern.“ Dennoch – es kann bei der Ehrung zum „Bauwerk des Jahres 2019“ nur zwei Sieger geben – jeweils einen für die Kategorie Neubau und einen für die Kategorie Sanierung.

Die Jury, in den neben den Fachleuten aus dem Verein auch Sponsoren vertreten sind, hat als Neubau die Lebenshilfe-Neubauten an der Leipziger Straße/Ecke Halberstädter Straße und als Sanierung das Projekt Turmschanzenstraße der Wohnungsbaugenossenschaft „Stadt Magdeburg von 1954“ ausgezeichnet. Eine lobende Anerkennung gab es für die Elb-Arkaden am Wissenschaftshafen.

Zwölf in der Endrunde

Insgesamt hatten es zwölf Bauvorhaben, die im Jahr 2019 fertiggestellt wurden, in die engere Auswahl des Wettbewerbs geschafft. Neben den beiden gleichberechtigten Preisträgern  und einer lobenden Anerkennung gab es drei weitere Nominierungen.

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So wurde der Wohnungsneubau Elbcarré in der Mittelstraße 33 und 34 auf dem Werder in diese Runde aufgenommen. Hier wurden zwei Häuser mit 32 Wohnungen gebaut. Der Neubau des Sportkomplexes Seilerwiesen war nach den schweren Schäden des 2013er-Hochwassers erforderlich geworden. Das neue Gebäude am Rande des Stadtparks steht hochwassersicher auf Stelzen. Dritter in der Endrunde war das Ravensberg-Quartier an der Stresemannstraße, wo im einstigen Proviantamt der preußischen Armee Wohnungen entstanden sind.

Mehrere Kriterien für den Titel

Um Bauwerk des Jahres zu werden, müssen die Kandidaten mehrere Kriterien erfüllen. So muss das Projekt – bei dem es sich nicht allein um Häuser handeln muss, sondern das zum Beispiel auch eine Brücke, eine Schleuse oder ein Tunnel sein könnte – eine städtebauliche Wirkung erzielen. Es muss  Bedeutung für den Ort oder das Quartier haben und durch seine Baugestaltung und sein ingenieurtechnisches und energetisches Leistungsspektrum überzeugen. Es muss eine Vorbildwirkung haben.

Normalerweise ist eine festliche Gala nach Bewerbungsphase und Jurysitzung der Höhepunkt der Kür der „Bauwerke des Jahres“. Im Jahr 2020 ist alles anders. Corona-bedingt musste die Ehrung, bei der traditionell die Preisträger ihren Beitrag noch einmal kurz vorstellen und bei der Prominenz aus Politik und Wirtschaft die herausragenden Arbeiten würdigt, auf unbestimmte Zeit verschoben werden.