Magdeburg l „Als wir den Turm 2005 saniert haben, waren wir in einer Phase, in der kein Geld da war. Deshalb wurde zum Beispiel der geplante Basisbau gestrichen“, erinnert Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) an die damals abgespeckte Mission schönerer Aussichtsturm. In Verbindung mit der nun geplanten Aufwertung des ganzen Areals samt Sanierung von Stadthalle und Hyparschale würde eine nachträgliche Aufwertung des Albinmüllerturms gut passen, so das Stadtoberhaupt.

Mit seinem entsprechenden Antrag lief der Kulturausschuss zur jüngsten Ratssitzung also offene Türen ein. Er forderte eine ansprechendere Gestaltung des Eingangsbereiches mit audiovisuellen Informationen zu dem besonderen Bauwerk der Magdeburger Moderne, einen Ticket-, Souvenir- und Infostand im Eingangsbereich, die Kennzeichnung der Turmbalustrade mit Himmelsrichtungen, die Einrichtung einer Servicestation mit Erfrischungsgetränken, Eis, Kuchen etc. im Bereich des ehemaligen Turmcafés, möglicherweise die Wiederbelebung des Turmcafés zumindest als mietbare Lokalität für spezielle Anlässe, die Einbindung des Turms in die Stadtrundfahrten-Route, thematische Turm-Events, z. B. zum Sonnenuntergang oder Mondschein-Cocktails und schließlich die Einrichtung eines Erlebnispfades zum historischen Ausstellungsgelände mit verschiedenen Infostationen von Turm über Stadthalle, Pferdetor bis hin zur weit später entstandenen, aber heute auch unter Denkmalschutz stehenden Hyparschale. Die Stadthalle und das umgebende Areal samt Turm und Pferdetor wurde anlässlich der Deutschen Theaterausstellung 1927 errichtet, die Hyparschale 1969.

Im Stadtrat Magdeburg stieß die Anregung, den Turm „aus dem Schatten treten“ zu lassen (Oliver Müller, Linke) auf ebensoviel Zustimmung wie an der Verwaltungsspitze. Die Fraktion CDU/FDP regte ergänzend zum Antrag des Kulturausschusses die Einbindung junger Architekten aus den Magdeburger Partnerstädten Braunschweig, Radom, Harbin, Le Havre, Saporoshje, Nashville und Sarajevo in die Erarbeitung des Aufwertungskonzeptes an. Auch der Idee folgte der Stadtrat mehrheitlich. Die Aufwertung des Turmes an sich fand sogar ein einstimmiges Ratsvotum.

Das Bau- und Nutzungskonzept zur Aufwertung des imposanten Aussichtsbauwerkes muss die Verwaltung nun bis Jahresende 2019 vorlegen.