Magdeburg l Einem Schiffskörper gleich liegt der schwarze „Tanker“ in unmittelbarer Nachbarschaft zum historischen Kettenschleppdampfer Gustav Zeuner an der Werner-Heisenberg-Straße 45 in Magdeburg. Das Objekt ließ die Stadt Magdeburg aus Fördergeldern für ein flutgeschädigtes Bürohaus in der Nachbarschaft errichten. Verwaltet wird der landgängige „Tanker“ passenderweise von der kommunalen Hafen GmbH.

Drinnen hat neben dem Café „Treibgut“ seit 26. April 2018 die neue Informationsstelle der Biosphärenreservatsverwaltung Mittelelbe ihren Platz. Täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet, bietet die Ausstellung „Wildes Leben am Strom“ auf 40 Quadratmetern Raum Einblicke in die Ausdehnung des 120.000 Hektar großen Schutzgebietes entlang 300 Elbkilometern, den Naturraum, die Artenvielfalt, die Schutzziele und Entwicklungsaufgaben. Kleine Filmsequenzen berichten aus dem Leben der Biber oder heimischer Vogelarten. Alles in allem eine gelungene, modern präsentierte und informative Schau, wenn sie auch das Thema nur anreißt und keine Interaktion – zum Beispiel für kleine Gäste – zulässt.

Magdeburg liegt mitten im Reservat

Guido Puhlmann, Leiter der Reservatsverwaltung Mittelelbe, beschrieb denn auch neben seiner Freude über den neuen Kommunikationsort in Sachen Elbe einen „kleinen, großen Wunsch“: „Magdeburg ist die einzige Landeshauptstadt mitten in einem Biosphärenreservat. Wir wollen hier stärker und auch mit Personal vor Ort sein. Das möchte ich hier als eine Bitte an den Staatssekretär herantragen.“

Bilder

Der Angesprochene – Klaus Rehda, Staatssekretär im Landesministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie – versprach bei der Eröffnung immerhin: „Wir arbeiten daran, das hier noch auszubauen und personell zu untersetzen. Die Ausstellung ist ein gutes Ausgangsprojekt für die weitere Entwicklung.“

Naturnahe Elbe erhalten

Rehda lobte die über Hunderte Kilometer erhaltene naturnahe Flusslandschaft Elbe als „ein großes Ding“ zum Beispiel im Vergleich zum Rhein. „Ich war erst unlängst da. Die haben jetzt auf vielleicht einem Kilometer Strecke versucht, wieder einen naturnahen Lauf herzustellen, so dass Touristen auch mal richtig an den Fluss kommen. Sonst ist ja alles zugebaut und kanalisiert.“ Beim Erhalt der naturnahen Elbe ginge es, so Rheda, nicht ausschließlich um den Naturschutz, sondern auch um Wirtschaft, Tourismus und nicht zuletzt um den Hochwasserschutz.

Oberbürgermeister Lutz Trümper stimmte im Angesicht von Schautafeln mit Naturidyll und Zitaten von Menschen (zum Beispiel Gastronomen), die davon sehr gut leben können, ins Loblied ein. „Das Biosphärenreservat ist ja nicht nur mit Leid verbunden, wie wir es manchmal zum Beispiel bei Einschränkungen für Bauvorhaben empfinden. Es ist auch ein touristisches Highlight und außerdem weiß jeder, der halbwegs nachdenken kann, dass wir diese Landschaft erhalten müssen und brauchen.“ Dass sich der Magdeburger nur aufs Rad schwingen müsse, um sich im Reservat zu bewegen, sei ein Privileg. Auch Trümper wünscht sich, dass der Werbefeldzug dafür ausgebaut wird.